Strullendorf

Strullendorf ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern mit etwa 7800 Einwohnern.

Strullendorf liegt in einem Tal und ist teilweise vom Hauptsmoorwald umgeben, in dessen Nähe die Hauptsmoorhalle steht. Der Hauptsmoorwald reicht bis Bamberg und wurde von der US Army teilweise als Truppenübungsplatz verwendet.
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Litzendorf, Heiligenstadt in Oberfranken, Buttenheim, Hirschaid, Pettstadt und Bamberg.
Als landschaftlich schön gilt in Strullendorf die Lindenallee mit ihren großen alten Bäumen.
Strullendorf gliedert sich in acht Ortsteile (Einwohnerzahlen in Klammern, Stand 31. Dezember 2010):
Es gibt folgende Gemarkungen: Amlingstadt, Geisfeld, Leesten, Mistendorf, Roßdorf am Forst, Wernsdorf, Zeegendorf, Strullendorf, Geisberger Forst, Hauptsmoor.
Die erste urkundliche Erwähnung verdankt Strullendorf einer Verpfändung von 1247 durch Heinrich I. von Bilversheim. Die Nürnberger Patrizierfamilie der Tockler besaß bis zum 16. Jahrhundert den Tocklerhof in Strullendorf. Dieser und die bereits 1348 genannten Zeidelhuben (Waldbienenzucht) waren von großer wirtschaftlicher Bedeutung für den Ort. 1796 wurde der Ort von den Franzosen niedergebrannt. Strullendorf gehörte zum Hochstift Bamberg und ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens). Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Der Name des Ortes wird von einem fränkischen Edelfreien namens Strollo abgeleitet.
Am 1. Januar 1972 wurden Leesten, Mistendorf und Wernsdorf eingemeindet. Am 1. Juli 1972 trat Strullendorf den Ortsteil Bughof an Bamberg ab. Am 1. Januar 1978 kam Roßdorf am Forst hinzu. Amlingstadt, Geisfeld und Zeegendorf folgten am 1. Mai 1978.
Die amtliche Beschreibung (Blasonierung) des Strullendorfer Wappens lautet: „Geteilt von Gold und Rot; oben drei zwei zu eins gestellte schwarze Mohrenköpfe, unten eine goldene Biene.“
Das Wappen führt die Gemeinde seit 1965 auf Beschluss des damaligen Gemeinderats und mit Zustimmung des bayerischen Innenministeriums. Es enthält Elemente (schwarze Mohrenköpfe) des Familienwappens der Tockler. Die Biene im unteren roten Teil weist auf die historisch belegte Waldbienenzucht im Hauptsmoorwald hin.
Am 24. März wurde der am 16. März 2014 neu gewählte Erste Bürgermeister Wolfgang Desel von der CSU in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vereidigt. Er gewann die Wahl im ersten Wahlgang mit 58,32 % der gültigen Stimmen gegen die Kandidaten der SPD und des Bürgerblocks.
Sein Vorgänger war von 1996 bis 2013 Andreas Schwarz (SPD), der 2008 mit 71,43 % der Stimmen bei einem Gegenkandidaten wiedergewählt wurde. Im Jahre 1996 konnte sich Schwarz gegen den damaligen Amtsinhaber Bruno Weiß (CSU) mit 65,29 % der Stimmen durchsetzen, sechs Jahre später erzielte er bei einem Gegenkandidaten 69,97 %.
Bei der Bundestagswahl 2013 wurde Schwarz über die Landesliste der SPD in den Bundestag gewählt. Bis zum Amtsantritt des neu gewählten Bürgermeisters übernahm der Zweite Bürgermeister Ludwig Werner vom Bürgerblock die Amtsgeschäfte.
Der Gemeinderat besteht aus folgenden Parteien und Wählergemeinschaften:
Seit 2005 hat Strullendorf ein Jugendparlament mit eigenem Jungbürgermeister. Das Jugendparlament verfügt über ein Budget von 1200 Euro pro Jahr.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4,694 Millionen Euro, davon waren umgerechnet 1,654 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 900 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2923. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 96 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1515 Hektar, davon waren 1231 Hektar Ackerfläche und 279 Hektar Dauergrünfläche.
In allen Ortsteilen gibt es Freiwillige Feuerwehren.
In der Gemeinde gibt es drei Brauereien:
Es gibt folgende Einrichtungen:
Auf dem Geisberg nördlich des Ortsteils Zeegendorf betreibt der Bayerische Rundfunk den Sender Bamberg auf dem Geisberg und auf der Erhebung Wachknock etwas südlich von Zeegendorf bei Buttenheim-Kälberberg die Deutsche Telekom den Sender Bamberg auf dem Wachknock.
Amlingstadt | Geisfeld | Leesten | Mistendorf | Roßdorf am Forst | Strullendorf | Wernsdorf | Zeegendorf
Altendorf | Baunach | Bischberg | Breitengüßbach | Burgebrach | Burgwindheim | Buttenheim | Ebrach | Frensdorf | Gerach | Gundelsheim | Hallstadt | Heiligenstadt i.OFr. | Hirschaid | Kemmern | Königsfeld | Lauter | Lisberg | Litzendorf | Memmelsdorf | Oberhaid | Pettstadt | Pommersfelden | Priesendorf | Rattelsdorf | Reckendorf | Scheßlitz | Schlüsselfeld | Schönbrunn i.Steigerwald | Stadelhofen | Stegaurach | Strullendorf | Viereth-Trunstadt | Walsdorf | Wattendorf | Zapfendorf

Carl Anton Reichel

Carl Anton Reichel (* 3. Dezember 1874 in Wels; † 25. Oktober 1944 in Wien) war ein österreichisch-tschechoslowakischer Autodidakt, bildender Künstler, Kunstsammler und -händler.

Sein Vater Anton Reichel (Hennersdorf, Schlesien, 21. April 1843 – Linz, 3. Dezember 1884) stammte aus einer Bauernfamilie und war Notar in Grieskirchen. Das Doktorat hatte er am 3. November 1870 an der Universität Wien erworben. Am 6. Februar 1873 heiratete er Carolin Rabl (1851–1914). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: neben Carl Anton noch Friedrich und der Hygieniker Heinrich Reichel (1876–1943).
Reichel ging in Salzburg und Kremsmünster in die Schule. Er studierte in Prag (1894–1895) und in Wien – womöglich auch in München –, Medizin, Psychiatrie und Psychologie, aber ohne Abschluss. 1903–1904 lebte er in München und lernte dort Alfred Kubin kennen. In erster Ehe heiratete er Hilde Konstanze Dolmatoff (geb. in Riga). Aus der Ehe gingen die Kinder Dorothea (1906–1972) und der Anthropologe Erasmus Gerhard Reichel-Dolmatoff (1912–1984) hervor. Eine Zeit lang wohnten sie in Großgmain, nach 1912 über Hermann Bahr und Anna Bahr-Mildenburg im Schloss Arenberg in Salzburg. Bahr widmete „dem großen Künstler Carl Reichel in dankbarer Ergebenheit“ sein Theaterstück Der Unmensch (1919). 1914 oder 1917 erwarb er den „Edelhof“ bei Micheldorf in Oberösterreich, wo er auch mit Arnold Schönberg in Kontakt trat.
1918, nach dem Ende der k. u. k. Monarchie erhielt Reichel die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft – er verzichtete darauf, als Deutschsprachiger die österreichische zu beantragen. Zu dieser Zeit entwickelte sich eine Freundschaft mit dem bayrischen Kronprinzen Rupprecht von Bayern, der bei ihm als „Dr. Ritter“ zeitweise Unterschlupf fand. In der Folge engagierte er sich in München stark als Monarchist und wurde in den Zwanzigerjahren zum Unterhändler des ehemaligen Prinzen mit Adolf Hitler über die Rolle der Monarchie. Auch mit Ernst Röhm, dem Führer der SA, kam es zu einer engen Freundschaft. Die Nähe zu Hitler und Röhm beendete die Beziehung zu Rupprecht.
Privat hatte er seine Familie in der Mitte der Zwanzigerjahre verlassen, um in Paris mit einer Tochter des Anatomen Carl Rabl zu leben (dieser wiederum ein Neffe seiner Mutter). 1933 heiratete er neuerlich, diesmal die Schauspielerin Tony Van Eyck. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wäre er ins KZ Buchenwald gebracht worden, aber noch 1938 freigekommen. Auch den weiteren Verhaftungen durch die GeStaPo wäre er durch seine Freundschaft mit Hitler entgangen.
1943 wurde ein Arbeit von ihm in einer Ausstellung in Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn gezeigt.
Er ist gemeinsam mit dem Maler Rudolf Sternad am Wiener Zentralfriedhof begraben.
Reichel wirkte, nachdem er in den ersten Jahren Holzschnitte gemacht hatte, vor allem als Radierer. Der Umfang seines Werkes wird mit etwa 300 Arbeiten angegeben. Ein starkes Interesse Bestand bei ihm an Indien, Tibet und dem Buddhismus. Sein Interesse an Phantastik machen ihn zu einem Vorläufer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus.

Gospel of the Horns

Gospel of the Horns ist eine 1993 in Brisbane gegründete australische Black-/Thrash-Metal-Band.

Die Band wurde von Hellbutcher und Mark Howitzer gegründet und bestand ursprünglich aus Shane Transvaal D (Gesang), Hellbutcher (Gitarre) und Howitzer (Schlagzeug). Ende 1994 erschien das Demo The Satanist’s Dream beim italienischen Label Einstand Records.
1995 löste sich die Band auf. Gründungsmitglied Mark Howitzer zog nach Melbourne, wo er bei der Band Deströyer 666 Schlagzeug spielte, auf deren Album Unchain the Wolves er zu hören ist. Kurz darauf spielte er auch auf dem Album Through the Looking Glass der von Mitgliedern der RAC-Band Fortress gegründeten Band Raven’s Wing. Zu dieser Zeit suchte er nach passenden Mitgliedern für die Neugründung von Gospel of the Horns; im Juni 1997 reformierte er die Band mit dem neuen Gitarristen Ryan Marauder. Unterdessen war Hellbutcher unter dem Pseudonym „SS Death Dealer“ bei der NSBM-Band Spear of Longinus eingestiegen.
Im Mai 1998 wurde das zweite Demo Sinners aufgenommen und ein Vertrag mit dem niederländischen Label Damnation Records unterschrieben. Im November erschien die auf 300 Exemplare limitierte EP Monuments of Impurity bei Morbid Productions. Die Band war allerdings mit dem Mix der EP unzufrieden und laut Howitzer war es keine gute Idee, das ganze Wochenende zu trinken und dann ins Studio zu gehen. Kurz darauf wurde Hellcunt von Bestial Warlust der Schlagzeuger von Gospel of the Horns.
Im Juli und August 2000, nach Veröffentlichung der Mini-LP Eve of the Conqueror, tourte die Band durch Europa, wo sie unter anderem mit Pentacle, Enthroned, Primordial, Adorior und Arkhon Infaustus auftrat. Nach der Tournee nahm die Band Chris Masochist als zweiten Gitarristen und im September 2001 das erste Album A Call to Arms auf, das in Irland bei Invictus Productions erschien.
Im Mai 2003 tourte die Band erneut in Europa, diesmal mit In Aeternum und Razor of Occam, und spielte mehrere Konzerte in Australien. Im Juni 2005 stieg Marauder aus und gründete seine eigene Band Funerary Pit. Nach einer Australien-Tournee mit Dismember nahm die Band Anfang 2006 den Trench-Hell-Gitarristen Hexx auf. Im Januar 2007 kehrte Marauder zur Band zurück, kurz darauf wurde das Album Realm of the Damned veröffentlicht.
Inzwischen ist die Band nach Deutschland gezogen: Chris Masochist zog im September 2010 um, Howitzer folgte ihm Anfang 2012. Dann stießen Mersus (Deströyer 666, Zarathustra) und Matt Razor dazu.
Die Band bezog sich bei ihrer Gründung auf die 1980er-Jahre Bands Sodom, Bathory, Kreator, Celtic Frost, Slaughter und Razor wie auf die zeitgenössischen Beherit und Blasphemy. Costa Stoios vom Tales of the Macabre sieht bei Sinners Einflüsse von Celtic Frost und vermutlich Deströyer 666 und vergleichbaren australischen Bands. Laut Howitzer liegt der Unterschied zwischen Deströyer 666 und Gospel of the Horns in War-Metal-Einflüssen bei Deströyer 666 im Gegensatz zu einem eher thrash-lastigem Einfluss aus dem alten Black Metal bei Gospel of the Horns. Für ihn hören die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Bands bei der „gleichen Rohheit und Leidenschaft“ auf. Den für Australien typischen Thrash Metal beschreibt Howitzer als „[d]ie Mischung aus echtem Old-School-Black-Metal und eine [sic!] sehr rohe [sic!] Art von Thrash. Natürlich findet man Einflüsse alter Celtic Frost, Bathory, Venom und Sodom – aber auch eigene Elemente.“ Eigenständigkeit sei für die Musiker wichtig.
Howitzer ist ein Fan der Texte von Pete Helmkamp (Order from Chaos, Angelcorpse). Die Texte von Gospel of the Horns richten sich unter anderem gegen Juden- und Christentum, die Howitzer als geisteskrank ansieht, und beinhalten sozialdarwinistische und satanistische Standpunkte; die Band bezeichnete sich auf ihrer MySpace-Seite als „musikalische Verkörperung“ von Niccolò Machiavelli, Ayn Rand, Anton Szandor LaVey und Robert Greene sowie als Faust gegen liberale Doktrinen. Die Musiker der Band bekannten sich als Patrioten und sprachen sich gegen Immigration aus.
„It almost feels like we Australians are losing our core traditional ideals and becoming engulfed by today’s multi-culturalism and mass immigration.“
Trotzdem wird die Band üblicherweise nicht zum NSBM gezählt. Die Band selbst äußert sich auf ihrer Seite „gegen all diejenigen, die versuchen, den individuellen Willen zu brechen und freies Denken und Reden durch ihre unterdrückerische Ideologie, sei sie religiöses oder politisches Dogma, Unterdrückung oder Unterjochung, zu ersticken“.

Ensemble Phorminx

Das Ensemble Phorminx wurde 1988 von Musikern und Komponisten in Darmstadt gegründet. Ausgangspunkt war die Idee einer unmittelbaren und langfristigen Kooperation zwischen Interpreten und Komponisten.
Werke der Neuen Musik werden von dem Ensemble fast ausnahmslos in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Komponisten erarbeitet und aufgeführt. Über 80 Kompositionen sind inzwischen für Phorminx entstanden und uraufgeführt worden. Eine wichtige Aufgabe sieht das Ensemble ferner im Aufbau eines breiten, stetig sich entwickelnden Repertoires. Neue Wege der Vermittlung, das Heranführen junger Menschen an die oft schwierige Materie der Neuen Musik ist den Musikern des Ensembles ein wichtiges Anliegen. Dafür wurde das Ensemble 2011 mit dem Darmstädter Musikpreis ausgezeichnet.

Internationale Ferienkurse Darmstadt und Frankfurt Feste, Konzerte im In- und Ausland, Zusammenarbeit mit der Kammeroper Frankfurt (zeitgenössisches Musiktheater), Rundfunkproduktionen, (Südwestrundfunk, Hessischer Rundfunk, Bayerischer Rundfunk, SFB), sowie Konzertmitschnitte dokumentieren die künstlerische Arbeit von Phorminx. Anlässlich des 250. Geburtstags Johann Wolfgang von Goethes konzipierte das Ensemble in Verbindung mit dem Siemens-Kulturprogramm ein Projekt, mit dem es im August 1999 beim Schleswig-Holstein Musik Festival debütierte.
Angelika Bender (Flöte), Thomas Löffler (Klarinette), Carola Schlüter (Sopran), Mariette Leners (Violine), Wolfgang Lessing (Violoncello), Andreas Sommer (Klavier), Bernd Mallasch (Schlagzeug), Helmut Oesterreich (Gitarre )
Hartmut Andres, Volker Blumenthaler, Jörg Birkenkötter, Konrad Boehmer, Giovanni Bonato, Achim Bornhöft, Dieter Buwen, Dietrich Boekle, Alois Bröder, Roberto Carnevale, André Cezanne, Sidney Corbett, Gerald Eckert, Hans Ulrich Engelmann, Johannes Fritsch, Stefan Hakenberg, Keiko Harada, Franz Jochen Herfert, Adriana Hölszky, Nicolaus A. Huber, Jan Kopp, Hubert Machnik, Dario Maggi, Cord Meijering, Olga Neuwirth, Karola Obermüller, Christoph Reimann, Rainer Pezolt, Michael Quell, Younghi Pagh-Paan, Valerio Sannicandro, Burkhard Söll, Andreas Sorg, Stefan Streich, Annette Schluenz, Benjamin Schweitzer, Ernstalbrecht Stiebler, Hans Thomalla, Toni Voelker, Jörg Widmann, u. a.

Eyerkeilturm

Der Eyerkeilturm war ein Wehrturm der ca. 1300–1350 errichteten äußeren Stadtmauer der Stadt Aachen. Er ist nicht mehr erhalten.

Der Eyerkeilturm war nicht Bestandteil des äußeren Mauerrings, sondern stand im Südwesten des Mauerrings an der Spitze der Zwingermauer der dreieckigen Lütticher Schanze zwischen Jakobstor und Junkerstor. Ihm gegenüber an dem Mauerring stand der Turm ohne Namen.
Der Eyerkeilturm war ein Rundturm und wurde daher oft auch einfach als „Runder Turm“ bezeichnet. Er hatte einen Durchmesser von etwa 12,50 m. Der Turm hatte zwei Obergeschosse, zu denen eine Wendeltreppe hinaufführt.
Das Erdgeschoss hatte Schießscharten für Bogen- und Armbrustschützen, die beiden Obergeschosse dagegen breitere Schießluken, die durch Holzklappen verschlossen werden konnten, für den Einsatz von Geschützen wie z.B. Ballisten.
Das Dach war flach und von einem Zinnenkranz umgeben, so dass auch von hier aus der Raum vor der Mauer und innerhalb der Zwingeranlage der Lütticher Schanze kontrolliert und beschossen werden konnte.
Durch seine Lage vor der Ringmauer diente der Eyerkeilturm auch als Unterstützung zur Verteidigung des Jakobstors und des Junkerstors.
50.7696666666676.0730583333333Koordinaten: 50° 46′ 11″ N, 6° 4′ 23″ O

Pisco (Getränk)

Pisco ist ein Destillat aus Traubenmost. Es ist das alkoholische Nationalgetränk Perus und Chiles. Dem Pisco sehr ähnlich ist zudem der Singani aus Bolivien. Das ausschließliche Recht, ein Getränk namens Pisco herzustellen, wird sowohl von Peru als auch Chile beansprucht und war Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. In Peru und in Chile ist der Import ausländischer Weinbranderzeugnisse unter der Bezeichnung Pisco verboten.

Pisco existiert seit über 400 Jahren. Es handelt sich um reinen Weinbrand, bei dem zwischen 6 und 7 kg Trauben verwendet werden, um einen Liter Pisco zu erhalten. Im Unterschied zum italienischen Grappa, welcher aus Trester destilliert wird, ist der fermentierte Traubenmost die einzige Zutat zur Herstellung von Pisco. Der Most stammt von einigen der acht verschiedenen Traubenarten, die auch als „Pisco-Trauben“ bekannt sind. Für die Herstellung von Pisco werden hauptsächlich Muskatellertrauben (Moscatel) verwendet. Bekanntestes Mixgetränk auf Pisco-Basis ist Pisco Sour. Daneben trinkt man Pisco als „Piscola“, ein Longdrink aus Pisco und Cola.
Der Ursprung des Namens Pisco ist strittig. Nach einer Theorie kommt das Wort aus dem Quechua, hier bedeutet es so viel wie „fliegender Vogel“. Die Küstenregion um die heutige Stadt Pisco südlich von Lima, Peru, wurde wegen ihres Vogelreichtums von den Inkas „Pisko“ genannt. In dieser Region wurden verschiedene qualitativ hochwertige Gefäße zum Aufbewahren alkoholischer Getränke hergestellt. Diese wurden, in Anlehnung an die Region, als Piskos oder Pisquillos bezeichnet. Die Gefäße wurden dann von den Spaniern entlang der südamerikanischen Pazifikküste zur Lagerung des Traubenbrandes genutzt. Der Traubenbrand wurde nach den Gefäßen benannt.
Eine andere Theorie besagt, dass der Name von der Hafenstadt Pisco, ebenfalls in Peru, abgeleitet wurde. Von hier aus wurde der überwiegende Teil der Traubenbrandproduktion Südamerikas nach Europa verschifft. Auf den Transportbehältnissen war die Aufschrift „de Piscu“ angebracht, welche dann von den Spaniern auf das Getränk angewandt wurde.
Sogar Chilenen bestreiten nicht, dass Pisco-Weinbrand zuerst in Peru hergestellt wurde. Jedoch argumentieren die chilenischen Hersteller und Händler, dass Pisco zu einem generischen Begriff für diese Art von Weinbrand in Südamerika geworden und deshalb nicht an die geographische Ursprungsbezeichnung in Peru gebunden sei. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, wurde der chilenische Ort La Greda am 1. Februar 1936 in Pisco Elqui umbenannt.
Peruanischer Pisco ist ein Destillat aus in Peru angebauten Weintrauben, welches seit dem frühen 17. Jahrhundert — knapp nachdem die ersten Weinstöcke von den Kanarischen Inseln nach Peru kamen – in der Region rund um die Hafenstadt Pisco in Ica, Peru, hergestellt wurde.
Dem peruanischen Staat ist die Qualitätssicherung des peruanischen Piscos ein hohes Anliegen, weshalb sie im Januar 1991 mit dem Supreme Decree No. 001-91-ICTI/IND erlassen hat, dass peruanischer Pisco einer technischen Norm genügen muss, einer Art „Reinheitsgebot“ für peruanischen Pisco. Diese technische Norm in der aktuellen Fassung von 2006 „NTP211.001:2006“ gilt für alle in Peru hergestellten Piscos und besagt, dass peruanischer Pisco das Destillat des frisch fermentierten Mosts der acht zugelassenen Pisco-Trauben ist und mit Methoden hergestellt werden muss, welche die traditionellen Qualitätsprinzipien bewahren. Der Alkoholgrad eines peruanischen Piscos muss nach dieser Norm zwischen 38 % vol. und 48 % vol. liegen.
Die zugelassenen Trauben für die Herstellung eines peruanischen Piscos werden in nicht aromatische und aromatische Trauben unterschieden. Die vier zugelassenen nicht aromatischen Traubensorten sind:
Die weiteren vier zugelassenen aromatischen Traubensorten sind:
Andere Traubensorten sind für die Herstellung von peruanischem Pisco nicht erlaubt.
Peruanischer Pisco wird in drei Klassen unterteilt:
Vor der Abfüllung muss peruanischer Pisco mindestens drei Monate ruhen. Hierzu sind nur Behälter erlaubt, die keinen Einfluss auf die physikalischen, chemischen oder organoleptischen Eigenschaften ausüben, wie zum Beispiel Stahl- oder Glastanks. Eine Reifung in Holzfässern, wie sie bei vielen anderen Spirituosen durchgeführt wird, ist bei peruanischem Pisco daher nicht erlaubt. Peruanischem Pisco dürfen keine Zusatzstoffe (wie die beispielsweise bei anderen Spirituosen üblichen Zugaben von Wasser, Zucker oder Zuckerkulör, Glycerin oder Eichenholzextrakten) beigefügt werden. Dies beinhaltet, dass der Alkoholgehalt von peruanischem Pisco nach der Destillation nicht mit Wasser herabgesetzt werden darf, sondern peruanischer Pisco direkt auf die zugelassenen Werte von 38 bis 48 % vol. destilliert werden muss.
Die bekanntesten Pisco-Anbaugebiete Perus liegen in der Region Ica sowie in der Region um Lima. Weitere Anbaugebiete sind Arequipa, Moquegua und Tacna.
Die fünf größten Export-Unternehmen von peruanischem Pisco mit den jeweils zugehörigen Pisco-Marken, sortiert nach Exportvolumen im Jahre 2012, sind:
Weitere relevante Pisco-Marken für den deutschen Markt sind Ocucaje, Demonio de los Andes und Pisco Cascajal.
Beim chilenischen Pisco wird vor allem die Sorte Muscat d’Alexandrie verwendet, außerdem Pedro Ximénez, Moscatel Rosada, Torrontés Riojano und Torrontés Sanjuanino (hier auch Moscatel de Austria genannt). Pisco wird in Chile nach dem Alkoholgehalt in Qualitätsstufen eingeteilt: 35 % vol. (Pisco Especial), 38–40 % vol. (Pisco Reservado) und 43 % vol. oder mehr (Gran Pisco, z. B. 50 % vol. bei der Marke Artesanos del Cochiguaz). Im chilenischen Elqui-Tal gibt es den Ort Pisco Elqui. Dieser hieß einst La Greda, dann La Unión und trägt seit dem 1. Februar 1936 den Quechua-Namen Pisco, um auf dessen lokale Produktion hinzuweisen; in Elqui befindet sich das Hauptanbaugebiet der chilenischen Pisco-Trauben.

Krzysztof Wodiczko

Krzysztof Wodiczko (* 16. April 1943 in Warschau) ist ein polnisch-kanadisch-US-amerikanischer Multimediakünstler.

Krzysztof Wodiczko, Sohn des polnischen Dirigenten Bohdan Wodiczko, wurde während des Aufstands im Warschauer Ghetto geboren und wuchs in Warschau auf. 1967, während er an der Akademie der Bildenden Künste Warschau studierte, begann er mit Józef Patkowski und dem Experimentalstudio des Polnischen Rundfunks zusammenzuarbeiten. 1968 schloss Wodiczko sein Studium des Produktdesigns mit dem Master ab. Während der nächsten Jahre arbeitete er für die warschauer Firma Unitra, für die er Designs für elektronische Geräte entwarf. Ab 1970 entwickelte er das Design für optische, elektronische und mechanische Geräte der polnischen Optik-Werke.
1976 nahm Wodiczko an einem Artist in Residence Programm der NSCAD University in Halifax (Nova Scotia) in Kanada teil. Aus Polen emigrierte Krzysztof Wodiczko nach Kanada und lehrte 1977 an der University of Guelph in Ontario. Die Zusammenarbeit mit dem New Yorker Kunsthändler Hal Bromm nahm ihren Anfang. 1979 wurde er Hochschullehrer an der OCAD University in Toronto und bekam dann einen Lehrauftrag (bis 1981) an der NSCAD University. Von 1981 bis 1982 war Wodiczko Artist in Residence an der University of South Australia in Adelaide. 1983 zog Wodiczko nach New York City und lehrte am New York Institute of Technology. 1991 nahm er eine Professur am Massachusetts Institute of Technology und der Harvard Graduate School of Design in Cambridge an, behielt aber seinen Wohnsitz in New York City. Wodiczko ist Gastprofessor an der Psychologischen Fakultät der Szkoła Wyższa Psychologii Społecznej in Warschau.
Wodiczko war Leiter der Interrogative Design Group, und von 1994 bis 2009 Direktor von „Act“, dem MIT Center for Art, Culture, and Technology, am Massachusetts Institute of Technology.
Krieg, Konflikt, Trauma, Gedächtnis und Kommunikation in der Öffentlichkeit sind einige der Hauptthemen seines vier Jahrzehnte umfassenden Werks.
1977 wurde auf der documenta 6 ein unlenkbares, 3 Meter langes Fahrzeug, welches sich durch die Gewichtsverlagerung des Künstlers, der auf und ab geht, geradeaus bewegt, gezeigt. Die nach dem Prinzip eines Schaukelbalkens erzeugte Energie wird durch Drähte, Übersetzungsräder und Antriebsketten auf die Räder übertragen. Im Innenstadtverkehr Warschaus konnte sich dieses Fahrzeug mit motorisierten durchaus messen.
2009 zeigte das Institute of Contemporary Art in Boston die multimedia Installation „…Out of Here: The Veterans Project“.
Er hat mehr als 80 großflächiger Videoprojektionen auf Architektur und Monumente in Australien, Österreich, Kanada, England, Deutschland, Niederlande, Irland, Israel, Italien, Japan, Mexiko, Polen, Spanien, Schweiz und den USA realisiert.
Eines seiner bekannten Werke ist Abraham Lincoln: War Veteran Projection von 2012: Krzysztof Wodiczko setzte sich mit dutzenden amerikanischen Kriegsveteranen und deren Familien auseinander, um den traumatischen Folgen des Krieges auf die Spur zu kommen. Wodiczko zeichnete 14 Interviews über Kriegserfahrungen, die schwierige Rückkehr in das zivile Leben, Verlust und Schuld, auf. Aus diesen Interviews wurde ein Film geschnitten, der dann auf die Statue von Abraham Lincoln im Union Square Park projiziert wurde.
Wodiczkos Werke sind auf vielen internationalen Ausstellungen vertreten, der Biennale von São Paulo (1965, 1967, 1985); documenta (d6 1977, d8 1987); Biennale di Venezia, wo er sowohl 1986 Kanada als auch 2009 Polen repräsentierte und der Whitney Biennial (2000). Zudem war Wodiczko Teilnehmer der Paris Biennale, der Yokohama Triennale, der Biennale of Sydney, Kyoto Biennale und der Trienniale des International Center of Photography, in New York.

Der Sieg des Herzens (1915)

Der Sieg des Herzens ist ein 1914 gedrehtes deutsches Stummfilmdrama unter der Regie von Curt A. Stark mit Henny Porten in der Hauptrolle.

Konsul von Erlenkamp will erneut heiraten. Bei seiner zweiten Frau handelt es sich um die sehr viel jüngere Ina. Aus diesem Anlass kehrt seine Tochter Ruth aus ihrer Pension ins väterliche Haus zurück, um ihre Stiefmutter kennenzulernen. Anlässlich eines gesellschaftlichen Beisammenseins lernt Ruth den Sekretär ihres Vaters, Felix Rudolf, kennen, der rasch ein Auge auf Ruth wirft. Auch Ruth entwickelt Interesse an dem jungen Mann, kommt damit aber wiederum Ina in die Quere, die sich Felix bislang als ihren Liebhaber gehalten hat. Ina macht Felix wegen seiner Nähe zu Ruth eine Szene. Um sie zu beruhigen, versucht Felix Ina mit Zärtlichkeiten zu überhäufen. In diesem Moment betritt Ruth das Zimmer und weicht, angesichts dessen, was sie hier sieht, vor Scham und Verwunderung gleich wieder zurück. Zu allem Unglück betritt auch noch Konsul Erlenkamp den Raum und wird ebenfalls Zeuge dessen, was auch Ruth schon sehen musste.
Ina versucht die peinliche Situation zu retten, indem sie behauptet, dass es sich bei der verfänglichen Szene um ein großes Missverständnis handele. Sie habe lediglich Felix darin bestärkt, sich um Ruths Hand zu bewerben. Um die nun angeschlagene Ehre ihres düpierten Vaters zu retten, gibt Ruth stillschweigend ihr Einverständnis zu dieser verlogenen Erklärung Inas und ist bereit, Felix Rudolf zu heiraten. Kaum verheiratet, macht Ruth ihrem Gatten klar, dass man nur nach außen hin, also pro forma, Mann und Frau spielen werde; zu groß ist ihre Enttäuschung über Felix‘ Verhalten. Doch der junge Mann beginnt für seine Gattin tiefe Gefühle zu entwickeln, darüber hinaus wird seine Eifersucht geweckt, als seine Frau Ruth einen Brief und einen Blumenstrauß ihres alten Jugendfreundes Helmuth erhält, der soeben aus Indien zurückgekehrt ist.
Felix’ Eifersuchtsanfall geht so weit, dass er mit Helmuth im Club einen Streit vom Zaun bricht und ihn anschließend zum Duell herausfordert. Im Morgengrauen, als er sich zum Duell aufmacht, schreibt er seiner Frau einen Abschiedsbrief und drückt der Schlafenden einen Kuss auf die Lippen. Ruth wird dadurch wach und liest den Brief ihres Gatten. Mit großer Sorge wartet sie auf Felix’ Rückkehr, und tatsächlich kehrt er, leicht verwundet, ins eheliche Heim zurück. Jetzt ist sich auch Ruth über ihre Gefühle im Klaren und sitzt solange am Krankenbett ihres Mannes bis er genesen ist. Von nun an will sie ihre Ehe ernsthaft führen und unbedingt ein Kind mit ihm haben.
Der Sieg des Herzens entstand wohl kurz vor Kriegsausbruch 1914 im Messter-Filmatelier in Berlins Blücherstraße 32, passierte die Filmzensur im Juni 1915 und wurde am 3. Dezember 1915 uraufgeführt. Der Film besaß vier Akte.
„Auch der jüngste Henny Porten-Film ‚Der Sieg des Herzens‘ muß in seiner Art als ein hervorragendes Produkt bezeichnet werden. Henny Porten macht wie immer durch die einzigartige Durchführung ihrer Rolle dem berühmten Namen alle Ehre.“

Sozialprognose

Eine Sozialprognose oder Legalprognose ist eine kriminologische, psychiatrische und psychologische Risikobeurteilung einer straffälligen Person bezüglich ihrer Fähigkeit und Motivation, zu einem späteren Zeitpunkt Regeln und Gesetze einzuhalten. Sie ist nach § 56 (1) StGB Grundlage der Einschätzung ob eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden muss oder kann und bei der Resozialisierbarkeit von Straftätern.
Vor der Erstellung der Prognose muss eine intensive Untersuchung der Persönlichkeit (psychologische Diagnostik, meist in Form eines psychologischen oder psychiatrischen Gutachtens) und des bisherigen Verhaltens (Biographie) vorgenommen werden.
Sie wird häufig im Strafrecht verwendet und dient dort zur Strafzumessung und der Strafvollstreckung. Dort wird sie ebenso verwendet, um zur Bewährung Verurteilten bei positiver Sozialprognose die frühzeitige Haftentlassung zu ermöglichen.
Eine positive Legalprognose bezeichnet die Einschätzung des Diagnostikers, dass der Proband sich in Zukunft im Wesentlichen an Normen, Regeln und Gesetze halten wird.

Eigentümergrundschuld

Die Eigentümergrundschuld ist im Grundstückswesen eine Grundschuld, die dem Eigentümer des belasteten Grundstücks zusteht; so dass eine Identität zwischen Grundschuldgläubiger und Eigentümer des belasteten Grundstücks besteht. Von der Gesetzessystematik ist sie in § 1196 BGB, also im Rahmen des Grundschuldrechts, erwähnt. Dadurch wird deutlich, dass es sich um ein von einem Grundgeschäft – insbesondere Forderung – losgelöstes (abstraktes; besser: nicht-akzessorisches) Grundpfandrecht handelt.

Die Eigentümergrundschuld hat rangsichernde Wirkung, weil der Eigentümer mit ihrer Eintragung im Grundbuch den dort freien Rang in Abteilung III blockiert und damit später einzutragende Fremdgrundschulden auf nachrangige Rangpositionen verweist. Die aus mehreren Grundpfandrechten entstehende Rangfolge hat Bedeutung in einer etwaigen späteren Zwangsversteigerung des Grundstücks. Diese rangsichernde Funktion erfüllen Eigentümergrundschulden insbesondere in der Industrie, wenn diese auf ihren Grundstücken Gleichrangrahmen in Form untereinander gleichrangiger Eigentümergrundschulden „auf Vorrat“ eintragen lässt und spätere Kreditaufnahmen durch Abtretungen einzelner Eigentümergrundschulden an Kreditinstitute oder Versicherungen als Kreditsicherheit zur Verfügung stellt. Dann ist es gleichgültig, dass die Kreditgewährungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen, weil sie grundschuldrechtlich den gleichen Rang erhalten.
Eine Eigentümergrundschuld kann entweder durch Bestellung oder kraft Gesetz entstehen.
Die Eigentümergrundschuld entsteht originär durch einseitige Erklärung des Grundstücks-Eigentümers gegenüber dem Grundbuchamt und Eintragung (§ 1196 Abs. 2 BGB). Materiell-rechtlich ist sie daher formfrei, formell-rechtlich gilt eine Beglaubigungspflicht nach § 29 GBO. Der Inhalt der originären EG weicht deutlich vom Inhalt einer originären Fremdgrundschuld ab:
Derivativ entsteht die Eigentümergrundschuld
Durch schuldrechtliche Vereinbarungen in der Grundschuldbestellungsurkunde (Tilgungsklausel, Generalsicherungsklausel oder abstraktes Schuldanerkenntnis) sind entstehende Eigentümergrundschulden zugunsten von Kreditinstituten lediglich auflösend bedingt gestaltet. Endgültige Eigentümergrundschulden entstehen nur bei der Rückabtretung an den Grundstückseigentümer oder Verzicht einer Bank auf eine Fremdgrundschuld. Häufigste Entstehungsursache der Eigentümergrundschuld ist die endgültige Tilgung von Krediten, die mit einer Fremdgrundschuld oder Hypothek besichert sind. Dann ist der Sicherungszweck der Fremdgrundschuld dauerhaft entfallen, wodurch dem Grundstückseigentümer gegenüber dem Kreditgeber ein Rückgewähranspruch auf Rückübertragung der Grundschuld zusteht. Die endgültige Tilgung der Forderung begründet auch ohne ausdrückliche Regelung einen Rückgewähranspruch aus dem Sicherungsvertrag. Der Anspruch entsteht bereits mit der Grundschuldbestellung aufschiebend bedingt durch Tilgung der gesicherten Forderung, allerdings nur für den entsprechend rangletzten Teil der Grundschuld. Dieser Rückgewähranspruch beinhaltet ein Wahlrecht, wonach der Kreditgeber
Anders als bei der originären Eigentümergrundschuld, die durch Eintragung ersichtlich ist, handelt es sich bei den Formen der derivativen Eigentümergrundschuld um so genannte „verdeckte Eigentümergrundschulden“, weil in der Regel die Eintragung der Fremdgrundschuld im Grundbuch bis zur Löschung erhalten bleibt.
Bei einer Veräußerung eines mit Eigentümergrundschuld belasteten Grundstücks steht die originäre Eigentümergrundschuld dem bisherigen Eigentümer weiterhin als Fremdgrundschuld gegen den Erwerber zu; dann fällt auch die Beschränkung der Zwangsvollstreckung nach § 1197 Abs. 1 BGB fort. Steht eine originäre Eigentümergrundschuld bei einer Zwangsversteigerung im geringsten Gebot, so fällt ein etwaiger Versteigerungserlös dem Eigentümer zu (in der Insolvenz: der Insolvenzmasse). Deshalb müssen nachrangige Gläubiger vorrangige Eigentümergrundschulden pfänden lassen oder sich ihre Ansprüche rechtzeitig anderweitig (etwa durch Abtretung) sichern.
Geht einer Fremdgrundschuld eine Eigentümergrundschuld im Range vor, muss der Gläubiger der Fremdgrundschuld ein Hineinwachsen in die rangbessere Position anstreben. Dadurch wird verhindert, dass andere Gläubiger die vorrangige Eigentümergrundschuld pfänden und dadurch ein Aufrücken des Gläubigers in eine ranghöhere Position vereiteln. Zudem wird verhindert, dass bei einer Grundstücksversteigerung die Versteigerungserlöse in Höhe der Eigentümergrundschuld an den Grundstückseigentümer ausgekehrt werden.
Nach § 857 Abs. 1 ZPO kann bei Zwangsvollstreckungen gegen den Grundstückseigentümer eine Eigentümergrundschuld zu seinen Gunsten gepfändet werden. Mit einer Pfändung erwirbt dann der Pfändungsgläubiger nach § 1287 BGB ein Pfandrecht an der Eigentümergrundschuld. Die Pfändung greift jedoch nur, wenn die Eigentümergrundschuld zuvor vom Grundstückseigentümer noch nicht abgetreten worden ist. Daher ist die Abtretung einer Eigentümergrundschuld zu Gunsten nachrangiger Grundpfandgläubiger auch ein wichtiges taktisches Mittel zur Verhinderung von Pfändungen Dritter in vor- oder gleichrangige Eigentümergrundschulden.
Der Gleichrangrahmen ist die Kombination von mehreren originären, inhaltsgleichen Eigentümergrundschulden mit absolut gleichrangiger Eintragung. Dabei wird die gesetzliche Rangfolge des § 879 Abs. 1 Satz 1 BGB (Lokusprinzip) durch einen Gleichrangvermerk bei allen Eigentümergrundschulden nach § 45 Abs. 1 GBO außer Kraft gesetzt. Insoweit besitzt § 45 Abs. 1 GBO nicht nur formelle, sondern sogar materielle Rechtskraft. Bei Eigentümergrundschulden ist eine dingliche Einigung über den Gleichrang nicht erforderlich, so dass eine einseitige Erklärung des Grundstückseigentümers bei der Bestellung ausreichend ist. Üblich sind Eigentümer-Briefgrundschulden, bei denen die Besicherung durch eine außergrundbuchliche Abtretung an den Kreditgeber erfolgt. Da diese Abtretung nicht im Grundbuch eingetragen wird, besitzen die Gläubiger meist keinen Überblick über die Ausnutzung (Valutierung) des Gleichrangrahmens.
Derartige Gleichrangrahmen sind typisch für Industrieunternehmen, die hiermit nachstehende Motive verfolgen:
Sofern auf das Grundschuld-Kapital gezahlt wird (warum auch immer), hat dies auf die persönliche Forderung des Grundschuldgläubigers folgende Auswirkungen: