Jūzō Itami

Juzo Itami (jap. 伊丹十三, Itami Jūzō; eigentlich Yoshihiro Ikeuchi; * 15. Mai 1933 in Kyoto; † 20. Dezember 1997 in Tokio) war ein japanischer Schauspieler und Filmregisseur.

Itami war der Sohn des Regisseurs Mansaku Itami. In den 1960er Jahren wurde er als Schauspieler in 55 Tage in Peking neben Ava Gardner und Charlton Heston und in mehreren japanischen Filmen bekannt. 1984 gewann er den Hochi Film Award und den Kinema Junpo Award für verschiedene Nebenrollen. Ab diesem Jahr betätigte er sich auch als Regisseur. Seine erste Regiearbeit war die Komödie Beerdigungszeremonie mit Tsutomu Yamazaki und Nobuko Miyamoto in den Hauptrollen. Der Film gewann zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem erhielt Itami für Beerdigungszeremonie Japanese Academy Awards in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch.
Von 1969 bis zu seinem Tod war er mit der japanischen Schauspielerin Nobuko Miyamoto verheiratet, die auch in fast all seinen Filmen die Hauptrolle spielte.
Juzo Itami stürzte am 20. Dezember 1997 aus dem achten Stock des Gebäudes, in dem er arbeitete. Im Vorfeld wurde ihm von der Presse eine Affäre mit einer 26 Jahre alten Schauspielerin nachgesagt. Er hinterließ angeblich eine Notiz, worin er diese Affäre verneinte, und erklärte, nur der Freitod könne seine Unschuld beweisen. Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete Itami an einem Film, in dem es um die angeblichen Verwicklungen zwischen der Soka Gakkai und der Yakuza gehen sollte. Einige Stimmen behaupten deshalb, die Yakuza habe ihn ermordet und den Mord als Selbstmord getarnt. Diese Verschwörungstheorie wird durch die Tatsache unterstützt, dass Itami wegen seines Films Minbo Schwierigkeiten mit der japanischen Mafia bekam und einmal sogar von bestellten Schlägern zusammengeschlagen wurde.

Schweinebrücker Fuhrenkämpe

53.3963297697227.8900718688889Koordinaten: 53° 23′ 47″ N, 7° 53′ 24″ O
Der Forst Schweinebrücker Fuhrenkämpe ist ein Waldgebiet in der Gemeinde Zetel im Landkreis Friesland in Niedersachsen.

Der Forst liegt im Westen der Gemeinde Zetel zwischen den Orten Neuenburg und Friedeburg. Durch das Waldgebiet führt die Bundesstraße 437.
Der Name Schweinebrücker Fuhrenkämpe leitet sich von der nahegelegenen Ortschaft Schweinebrück ab. Der Name Fuhrenkämpe bedeutet Föhrenkämpe und bezeichnet eine Ansammlung Kiefern.
Im Waldgebiet liegt das Munitionsdepot Zetel der Bundeswehr. Die Einrichtung ist mit rund 140 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Region. Das Depotgelände umfasst rund 180 Hektar und hat eine Außenlänge von rund 5,5 Kilometer.
Im äußersten Westen des Waldgebiets befindet sich das Schulland- und Freizeitheim Voslapp. Das Gebäude wurde 1930 für die Auszubildenden der Wilhelmshavener Reichsmarinewerft gebaut und 1953 zum Schullandheim umgewidmet. Das Schullandheim bekam seinen Namen Voslapp nach der Wilhelmshavener Volksschule Voslapp im Ortsteil Voslapp, von der das Schullandheim ursprünglich verwaltet wurde. Die Einrichtung bietet zwei Klassen gleichzeitig Platz und verfügt über ein Gelände von 1,7 Hektar Größe mit altem Baumbestand und einem Zeltplatz.

William Charles Redfield

William Charles Redfield (* 26. März 1789 in Middletown, Connecticut; † 12. Februar 1857 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Amateur-Meteorologe.
Redfield kam aus bescheidenen Verhältnissen und bildete sich überwiegend autodidaktisch, während er eine Mechaniker-Lehre absolvierte und als Mechaniker tätig war. Er war besonders mit Dampfschiffen erfolgreich, womit er sich seit etwa 1820 befasste. Redfield kam nach mehreren Dampfkesselexplosionen auf die Idee, Passagiere auf dem Hudson auf Barken unterzubringen, die in einem sicheren Abstand zum Dampfschiff geschleppt wurden. Das wurde im Passagierverkehr zwar bald aufgegeben, hielt sich aber im Warentransport mit Schleppkähnen in der Steam Navigation Company von Redfield.
Redfield entdeckte anlässlich eines Hurrikan, der Connecticut 1821 traf, den Wirbelcharakter des Sturms. Bäume im zentralen Connecticut waren nach Nordosten umgefallen, im Westen davon aber in entgegengesetzter Richtung. Er wies auch die Wanderung des Hurrikans nach (1854). Auf den Wirbelcharakter von Hurrikans wies schon zuvor der Harvard-Professor John Farrar (1779–1853) nach einem Wirbelsturm 1815 hin.
1848 war er der erste Präsident der American Association for the Advancement of Science.

Nevado Sacsarayoc

Nevado Sacsarayoc mit Pumasillo ganz links
Der Nevado Sacsarayoc, beziehungsweise sein Hauptgipfel Pumasillo, ist mit einer Höhe von 5994 m nach dem Salkantay die zweithöchste Erhebung der Cordillera Vilcabamba. Der Berg ist stark vergletschert und infolge seiner Nähe zum tropischen Regenwald des Amazonasbeckens oft von dichten Wolken umhüllt. Der Sacsarayoc besteht aus mehreren Gipfeln. Neben dem Pumasillo im Westen sticht auch der Ostgipfel mit seinen 5887 m hervor. In vielen Lexika älteren Datums wird die Höhe des Pumasillo mit 6070 m angegeben. Neuere Messungen ergaben aber eine Höhe unter 6000 m.

Der Sacsarayoc besteht im oberen Bereich aus Plutoniten, welche während des Perms und der Trias gebildet wurden, also vor ca. 250 Millionen Jahren. Der untere Bereich wird von Quarziten gebildet.
Die Hebung dieser Gesteine und deren Erosion erfolgten dann aber erst im Tertiär im Zuge der Andinen Gebirgsbildung.
Die erste wissenschaftliche Kartierung der Gegend erfolgte anlässlich der Andenexpedition des Schweizer Alpen-Clubs im Jahre 1959 durch Ernst Spiess vom Institut für Kartografie der ETH Zürich, heute IKG.
Der Nevado Sacsarayoc erhebt sich wenige Kilometer nördlich des Dörfchens Yanama, das ausschließlich zu Fuß erreicht werden kann. Yanama liegt auf der Trekkingroute Cachora – Río Apurímac – Choquequirao – Maizal – Yanama – Abra Apacheta – Lucmabamba – Machu Picchu.

Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei

Die Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei oder k. u. k. Kraftwagenbahn No. 1 ist eine nur noch teilweise existierende Bahnstrecke in Rumänien. Sie verlief von Siebenbürgen in die Bukowina und überquerte dabei einen Kamm der Ostkarpaten.
Während der Entstehung der Bahnstrecke lag diese auf dem Territorium der habsburgischen Doppelmonarchie.
Die damals zum österreichischen Reichsteil gehörende Bukowina war auf dem Schienenweg von Wien oder Budapest aus nur über die durch Galizien führende Linie von Lemberg nach Czernowitz zu erreichen. Die Bahnstrecke von Hatna nach Kimpolung (eröffnet 1888) und deren Fortsetzung nach Dorna Watra (eröffnet 1902) waren unter anderem mit dem Ziel gebaut worden, eine Verbindung nach Ilva Mică in Nordsiebenbürgen zu schaffen. Entsprechende Pläne existierten seit 1898, scheiterten aber an den finanziellen Anforderungen.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Problematik der fehlenden Eisenbahnverbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina akut. Russische Truppen besetzten noch im gleichen Jahr weite Teile Galiziens und unterbrachen somit die Strecke zwischen der Bukowina und dem übrigen Teil Österreich-Ungarns. Die im Süden der Bukowina stehende 7. Armee unter General Karl von Pflanzer-Baltin war von allen modernen Transportwegen abgeschnitten. Die zuständigen österreichisch-ungarischen Behörden veranlassten den Bau einer provisorischen Eisenbahn über die Karpaten. Die gebotene Eile erlaubte nicht die Errichtung von Tunneln oder größeren Brücken. Man erwog zwei Varianten: zum einen eine Verbindung von Borșa über den Prislop-Pass nach Jakobeny (heute Iacobeni) im Tal der Goldenen Bistritz sowie eine Bahn aus dem Tal der Bistritz über die Region des Tihuța-Passes nach Dorna Watra (heute Vatra Dornei) und baute schließlich beide Strecken.
Die Bauarbeiten am Tihuța-Pass wurden am 1. Dezember 1914 aufgenommen. An der Bahnlinie arbeiteten ca. 300 Zivilisten sowie etwa 5600 Kriegsgefangene. Sie wurde in Normalspur (1435 mm) errichtet, wies aber 230 Kurven sowie Steigungen bis zu 8 % auf und verlief über weite Strecken entlang der 1848 errichteten Straße über den Tihuța-Pass. Der höchste Punkt der Strecke lag auf 1145 Metern Höhe. In der Nähe von Dornișoara (früher Dorna-völgy) wurde dabei die Grenze zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Reichsteil überschritten.
Am 15. August 1915 wurde die Bahnstrecke eröffnet. Für die außergewöhnliche Steigung wurden auf dem Teilstück von Tiha Bârgăului nach Dornișoara spezielle benzin-elektrisch betriebene Triebwagen eingesetzt. Diese Triebwagen besaßen eine Leistung von 150 PS. Jeder Zug bestand aus vier oder fünf Wagen und hatte eine Transportkapazität von 30 bis 50 Tonnen. Von Prundu Bârgăului nach Tiha Bârgăului sowie von Dornișoara nach Dorna Watra verkehrten normale Züge.
Die militärische Lage Österreich-Ungarns besserte sich 1915 deutlich. Trotzdem wurde die neue Strecke für militärische Transporte benutzt. Auch Lebensmittel wurden zu Beginn des Jahres 1916 aus dem damals noch neutralen Rumänien nach Österreich-Ungarn gebracht.
Die russische Brussilow-Offensive im Jahr 1916 unterbrach die galizischen Eisenbahnen erneut; der provisorischen Strecke kam eine immer größer werdende Bedeutung in der Versorgung der österreichisch-ungarischen Truppen zu. Da die russische Armee von Norden und Osten immer weiter auf Dorna Watra vorrückte, evakuierten die österreichischen Behörden im Jahr 1916 45 Lokomotiven und zahlreiche Waggons über die hier beschriebene Bahnstrecke, um sie vor dem russischen Zugriff zu retten. Auch 25.000 verwundete Soldaten und 30.000 zivile Flüchtlinge konnten so aus der Bukowina herausgebracht werden. Obwohl die Bahnstrecke Normalspurbreite hatte, konnten die zu evakuierenden, auf normalen Linien eingesetzten Loks und Waggons wegen der starken Steigung und der engen Kurvenradien nicht direkt die hier beschriebene Strecke befahren, sondern mussten in Dornișoara in Einzelteile zerlegt, auf die speziellen Züge verladen und in Tiha Bârgăului wieder zusammengebaut werden.
Im September 1917 verkehrten pro Tag 14 Zugpaare (gegenüber 5 im Jahr 1915). Durch die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Bukarest zu Beginn des Jahres 1918 verlor die Strecke ihre unmittelbare militärische Bedeutung, wurde von den österreichisch-ungarischen Behörden jedoch weiter als Transportmittel genutzt. Gleichzeitig wurde mit konkreten Planungen für eine dauerhafte Karpatenüberquerung zwischen Ilva Mică und Dorna Watra begonnen. Kurz vor Kriegsende – im Oktober 1918 – war die Strecke mit 7 Triebwagen und 92 Waggons ausgestattet. Die Situation änderte sich mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns im Oktober/November 1918. Sowohl die Bukowina als auch Siebenbürgen gelangten zu Rumänien. Zuvor wurden von den Österreichern und Ungarn sowohl die Strecke als auch die Lokomotiven und Waggons zerstört.
Am 15. Januar 1919 übernahm die rumänische Staatsbahngesellschaft CFR die Strecke und begann mit der Wiederherstellung. Die zerstörten Lokomotiven und Waggons wurden in Werkstätten in Cluj, Dej und Apahida repariert. Am 8. Juni 1922 konnte die Strecke wiedereröffnet werden. Von Tiha Bârgăului nach Dornișoara (34 km) dauerte eine Fahrt 2 ½ Stunden. Zwischen beiden Orten waren elf weitere Haltestellen eingerichtet.
Nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Ilva Mică–Floreni, deren Bau sich seit 1924 hingezogen hatte, wurde der Abschnitt von Tiha Bârgăului nach Dornișoara am 18. Dezember 1938 stillgelegt, das mit normalen Zügen befahrbare Teilstück von Dornișoara nach Vatra Dornei dagegen weiter genutzt. Der stillgelegte Abschnitt wurde in den Jahren 1939/40 demontiert.
Der Abschnitt von Prundu Bârgăului bis Dornișoara existiert nicht mehr. Das eingleisige, nicht elektrifizierte Teilstück von Dornișoara nach Floreni dient vorwiegend für den Güterverkehr (insbesondere Holz); daneben verkehren derzeit (2010) zwei Nahverkehrszüge pro Tag und Richtung. Der Abschnitt von Floreni nach Vatra Dornei ist eingleisig und elektrifiziert. Er ist Teil der Kursbuchstrecke 502 von Suceava nach Ilva Mică und damit einer wichtigen Verbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina. Es verkehren etwa vier Nahverkehrs- und sechs Schnellzüge pro Tag und Richtung.

Al Kahira

Ulla
Al Kahira (alternative Schreibweise Alkahira, Arabisch: Kairo, ex schwedisch Ulla) war ein ägyptischer Dampfer, der am 13. März 1959 im belgischen Ostende durch einen terroristischen Sprengstoffanschlag versenkt wurde. Die Täter wurden nie ermittelt. Seinerzeit wurde die Rote Hand für das Attentat verantwortlich gemacht; seit Mitte der 1990er Jahre ist gesichert, dass es sich dabei lediglich um eine Tarnorganisation des französischen Service Action handelte, der wenige Monate zuvor in Hamburg den Bremer Frachter Atlas versenkt hatte.
Aus der Schiffsgeschichte sind keine besonderen Vorkommnisse bekannt. Das Schiff wurde als Ulla für die Reederei AB Transmarin in Helsingborg gebaut. Im November 1954 wurde es für 170.000 britische Pfund an die Khedival Mail SAE in Alexandria verkauft.
Am 13. März 1959 fand an Bord der Al Kahira in Ostende eine schwere Explosion statt, durch die das Schiff auf Grund gesetzt wurde. Ob dabei Personen zu Schaden kamen, ist nicht bekannt. Am 24. April wurde das abgedichtete Wrack nach Antwerpen zur Untersuchung geschleppt. Da sich eine Reparatur offenbar nicht lohnte, wurde es 1960 in Brügge abgewrackt.
Da im Kontext des Algerienkriegs sowohl in Tanger als auch in Hamburg Schiffe durch Sprengstoffanschläge versenkt worden waren, die im Verdacht standen, für die algerische Befreiungsfront Waffen, Munition oder Sprengstoffe zu transportieren, fiel der Verdacht seinerzeit auf die Rote Hand; Täter wurden jedoch nie ermittelt. Erst in den 1990er Jahren wurde bekannt, dass die Rote Hand nur eine vom Service Action geschaffene Tarnorganisation war, um Spuren zu verwischen.

Hermann Kickton

Hermann Kickton (* 16. August 1878 in Aschersleben; † 7. September 1957 in Unkel) war ein deutscher Richter und Amateurpaläontologe.

Kickton studierte Rechtswissenschaft an der Universität Halle. Er verfasste die Schrift „Die Urzeit des Trierer Landes“, welche die Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier 1925 veröffentlichte. 1932 entdeckte er in der Braunkohlengrube Fischbach bei Horrem Fossilien der ausgestorbenen Weidenart Salix kicktoni aus der Zeit des Miozäns. Die Art wurde 1934 von Hermann Weyland wissenschaftlich beschrieben. Exponate der Salix kicktoni befinden sich im Museum Schloss Pfaffendorf Kreis Bergheim/Erft und im Haus des Waldes in Köln-Porz-Leidenhausen.
Hermann Kickton ist der Großvater von Helmut Kickton (Kirchenmusiker). Weitere Verwandtschaft besteht zu Erika Kickton (Musikwissenschaftlerin und Komponistin), Arthur Kickton (Architekt und preußischer Baubeamter) und Louis Arthur Kickton (Chemiker).
1896 wurde Kickton Corpsstudent bei Neoborussia Halle. 1949 erhielt er in Frankfurt am Main auch das Band der Saxonia.

Blake’s Lock

Das Blake’s Lock ist eine Schleuse im River Kennet in Reading, Berkshire, England. Sie liegt in dem kurzen Abschnitt des Flusses, der als Teil der Themse betrachtet und von der Environment Agency verwaltet wird.

Die ersten 1,5 km des River Kennet von seiner Mündung in die Themse sind seit dem 13. Jahrhundert schiffbar. Blake’s Lock war ursprünglich eine Stauschleuse, die unter dem Namen Brokenburglok bekannt war. 1404 einigte sich der Abt von Reading Abbey, der den River Kennet kontrollierte mit den Zünften der Stadt Verkehr von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durch die Schleuse passieren zu lassen. Die Gebühr dafür betrug einen Penny. 1794 hatte sich nicht viel geändert als John Rennie, der Erbauer des Kennet-und-Avon-Kanals die Schleuse als schlecht und unbequem beschrieb.
Die Schleuse wurde 1802 umgebaut, um die Schifffahrt auf von der Themse in den River Kennet zu verbessern. Die Schleuse wird auch heute noch mit hölzernen Trägern, die 2006 erneuert wurden, per Hand bedient.
Neben der Schleuse befindet sich das Riverside Museum, das die Geschichte der beiden Flüsse Kennet und Themse in Reading darstellt. Das Museum befindet sich in zwei ehemaligen Industriegebäuden dem Screen House und dem Turbine House.
51.456087-0.954566Koordinaten: 51° 27′ 22″ N, 0° 57′ 16″ W

Franz Seraph von Dietrichstein

Franz Seraph von Dietrichstein (tschechisch František z Ditrichštejna ; * 22. August 1570 in Madrid; † 19. September 1636 in Brünn) war Bischof von Olmütz und Kardinal sowie seit 1624 Reichsfürst.
Er entstammte dem österreichischen Adelsgeschlecht Dietrichstein. Seine Eltern waren der kaiserliche Diplomat Adam von Dietrichstein und Margarete († 1609), Tochter des sardischen Vizekönigs Antonio Folche Duque de Cardona (Haus Folch de Cardona).
Dietrichstein studierte an den Universitäten Wien und Prag sowie an der päpstlichen Universität in Rom, Collegio Romano. Im Alter von 21 Jahren wurde er Kanoniker in Olmütz, zwei Jahre später in Breslau und Passau. 1594 folgte die Berufung zum Propst des Leitmeritzer Kollegiatkapitels. 1597 wurde er zum Priester geweiht und 1599 von Papst Clemens VIII. zum Kardinal der Titelkirche San Silvestro in Capite (bis 1623) ernannt.
Im selben Jahr wählte das Olmützer Domkapitel den kaiserlichen und päpstlichen Wunschkandidaten Franz Seraph von Dietrichstein zum Nachfolger des 1598 verstorbenen Bischofs Stanislaus Pavlovský von Pavlovitz. Die Amtsübernahme in Olmütz erfolgte erst am 9. Juni 1600. Als Bischof gehörte er zu den Verfechtern der Gegenreformation, wobei er die katholische Erneuerung im Geiste Philipp Neris verfolgte. Er galt als Vertreter des Barockhumanismus und setzte sich für Kunst, Wissenschaft und die Bildung des Volkes ein. Für den Olmützer Dom ließ er einen neuen repräsentativen Chor im Stil des Frühbarock bauen.
Von 1602 an war er stellvertretender Landeshauptmann von Mähren. 1607 ernannte ihn Kaiser Rudolf II. zum Präsidenten des Geheimen Rates. 1608 bis 1611 vertrat er den Kaiser bei Verhandlungen mit dessen Bruder Matthias und krönte diesen 1611 zum König von Böhmen. 1617 krönte er dessen Nachfolger Ferdinand II.
Zusammen mit Karl dem Älteren von Žerotin erreichte er, dass sich die mährischen Stände am Aufstand von 1618 nicht beteiligten. Nach dem vorübergehenden Sieg der böhmischen Protestanten wurde Dietrichstein 1619 gestürzt und des Landes verwiesen. Seine Güter wurden konfisziert. Nach der Schlacht am Weißen Berg kehrte er aus Wien zurück und erhielt neben seinen konfiszierten Gütern zwei weitere Herrschaften von Kaiser Ferdinand II. geschenkt. Weitere Besitzungen, wie etwa 1611 die Herrschaft Rosenburg in Niederösterreich erwarb er käuflich hinzu. Mit seinem Vermögen stiftete er zahlreiche Klöster. Er gehörte zu den Verfechtern der Rekatholisierung und erreichte, dass die katholische Kirche in Mähren an Bedeutung gewann. Nach 1620 stieg er zum Generalkommissar und Landeshauptmann von Mähren auf. 1622 wirkte er als Richter gegen die Aufständischen. Ein Jahr vor seinem Tod wurde er „Protector Germaniae“. Am 16. März 1624 wurde er in Wien von Kaiser Ferdinand II. als erster Vertreter des Hauses Dietrichstein in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben. Dies mit dem Recht, den Fürstenstand – insbesondere an seine Neffen – weitergeben zu können. Kardinal von Dietrichstein setzte daraufhin seinen Neffen Maximilian von Dietrichstein zum Universalerben und Nachfolger in der fürstlichen Würde ein.
Die von ihm hinterlassene Bibliothek auf Schloss Mikulov (deutsch Nikolsburg) wurde 1645 von den Schweden geraubt.
Stanislaus Thurzó von Bethlenfalva | Bernhard Zoubek von Zdětín | Johannes XVI. Dubravius | Marek Khuen | Wilhelm Prusinovský von Víckov | Johannes XVII. Grodetzký von Brod | Thomas Albin von Helfenburg | Johannes XVIII. Mezoun | Stanislaus Pavlovský von Pavlovitz | Franz Seraph von Dietrichstein | Johannes XIX. Ernst Plateis von Plattenstein | Leopold Wilhelm von Österreich (nicht geweiht), Administratoren: Andreas Orlik von Lažisko, Kaspar Karas von Rhomstein, Johannes Kaspar Stredele von Montani, Kaspar Karas von Rhomstein (2.), Roderich von Santhilier | Karl I. Joseph von Österreich | Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn | Karl III. Joseph von Lothringen | Wolfgang Hannibal von Schrattenbach | Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn | Ferdinand Julius von Troyer | Leopold II. Friedrich von Egkh und Hungersbach | Maximilian von Hamilton

Albert Hammond

Albert Hammond (* 18. Mai 1944 in London) ist ein Singer-Songwriter und Musikproduzent. Er schrieb Hits wie „It Never Rains in Southern California, The Air That I Breathe und One Moment in Time.

Albert Hammond wurde 1944 als eines von drei Kindern in London geboren. Bereits einige Monate nach seiner Geburt gingen seine Eltern mit ihm zurück nach Gibraltar, wo die Wurzeln seiner Familie liegen.
Im Alter von neun Jahren sang Hammond im Kirchenchor. Etwa zur selben Zeit machte sein Onkel die ersten Demoaufnahmen mit ihm. Mit 14 Jahren absolvierte Hammond mit seinem Freund Richard Cartwright seine ersten Auftritte, sie traten als „Albert & Richard“ in Gibraltar und Spanien auf. 1960 verließ er die Schule und gründete mit Cartwright und weiteren Musikern, darunter sein Bruder Leslie, die Band „The Diamond Boys“. Ihr Repertoire bestand aus englischem und spanischem Rock’n’Roll, und die Band war in Spanien sehr populär.
In dieser Zeit schickten sie ihre ersten Aufnahmen New Orleans und Fool in Love nach England, wo diese von Parlophone veröffentlicht wurden. Ein paar Monate später machten „The Diamond Boys“ eine Tour durch Marokko, auf der sie in verschiedenen Clubs in Casablanca auftraten. Von der Tour zurück gewannen sie den ersten Platz beim Circo Price Music Festival in Madrid. Dieses Ereignis brachte die Band in Kontakt mit RCA, wo sie ihre zweite Single veröffentlichten.
Im Alter von 18 Jahren zog Hammond zurück nach England, wo er 1966 den Radiomoderator Mike Hazlewood traf. Gemeinsam schrieben die beiden Lieder für andere Interpreten; Hammond komponierte und Hazlewood steuerte die Texte bei. Der erste Welthit der beiden wurde 1968 Little Arrows in der Interpretation von Leapy Lee.
1966 gründete er mit Steve Rowland, Mike Hazlewood und der Sängerin Christine Holmes die Gruppe The Family Dogg. Sie bestand bis 1972 und brachte die Alben A Way of Life (1969) und View from Rowland’s Head (1972) heraus. Mit der Rare Bird-Komposition Sympathy hatte sie 1970 einen Hit (Platz 2 in der Niederländischen Hitparade).
Hammond zog in die USA, wo ihm im Herbst 1972 mit dem ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hazlewood entstandenen It Never Rains in Southern California der Durchbruch als Sänger gelang. Das Lied stieg in den US-Charts bis auf Platz fünf und in Deutschland auf Platz neun und wurde danach häufig gecovert, so beispielsweise von Sonny & Cher (1974) oder von Smokie (2000).
Es folgten weitere Soloerfolge von Hammond wie The Free Electric Band (1973), Peacemaker (1974), I’m a Train (1974), Everything I Want to Do (1974) und Down by the River (1975) – eines der ersten Lieder gegen Verschmutzung von Flüssen durch Industrie.
Neben englischen Titeln nahm Hammond auch zahlreiche Lieder in spanischer Sprache auf. Seine Solokarriere beendete er vorerst im Jahr 1982 mit dem Album Somewhere in America. Im Jahr 1987 erschien noch das Zwei-Mann-Album Hammond & West, dessen Single-Auskopplung Give a Little Love jedoch nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen konnte.
Ende der 1980er wurde es stiller um Hammond als Sänger, er konzentrierte sich hauptsächlich auf das Songwriting. Aus seiner Feder stammen Welthits wie The Air That I Breathe (Hollies), 99 Miles from LA (Art Garfunkel), One Moment in Time (Whitney Houston), When I Need You (Leo Sayer), Nothing’s Gonna Stop Us Now (Starship), To All the Girls I’ve Loved Before (Willie Nelson & Julio Iglesias), I Don’t Wanna Lose You, Way of the World (Tina Turner) und When You Tell Me That You Love Me (Diana Ross). 2008 wurde er in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
Neben Mike Hazlewood schrieb er zusammen mit Diane Warren, John Bettis und Hal David, dem früheren Partner von Burt Bacharach, Songs für Tom Jones, Joe Cocker, Céline Dion, Chris de Burgh, die Carpenters und Ace of Base, zudem arbeitete er mit der deutschen Sängerin Sandra Schwarzhaupt.
Gemeinsam mit Duffy schrieb und produzierte er die meisten Titel auf deren zweitem, 2010 erschienenen Album Endlessly.
Am 19. November 2010 erschien mit Legend ein neues Album. Es beinhaltet Hammonds Klassiker, die mit bekannten Duettpartnern neu aufgenommen wurden. Enthalten ist auch ein Duett mit seinem Sohn Albert Hammond Junior, der Gitarrist bei The Strokes ist. Am 25. Oktober 2013 (Deutschland; UK: 11. November 2013) erschien Hammonds neues Live-Album Songbook 2013 – Live in Wilhelmshaven.
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