Die Schatzinsel (1966)

Die Schatzinsel ist ein Abenteuervierteiler, der 1966 vom Regisseur Wolfgang Liebeneiner für den deutschen Fernsehsender ZDF in Co-Produktion mit dem französischen Sender O.R.T.F. hergestellt wurde. Der Vierteiler beruht auf dem gleichnamigen Roman des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson (1850–1894). In Frankreich und der DDR wurde die Serie in 13 Teilen ausgestrahlt.

Im England des Jahres 1758 nimmt ein alter Seebär namens Bill Bones Quartier in dem einsam gelegenen Gasthaus Zum Admiral Benbow. Der Sohn des Gastwirtes, Jim Hawkins, findet bald heraus, dass Bones ein ehemaliger Pirat unter dem berüchtigten Captain Flint war und sich vor einem Einbeinigen fürchtet. Nachdem Bones eines Tages von einem unheimlichen Besucher einen „Schwarzen Fleck“ erhalten hat, bricht er nach einem Schlaganfall tot zusammen.
Jim Hawkins findet in der Seemannstruhe von Bones ein wasserfest verschnürtes Päckchen. Mit seiner Mutter kann er fliehen, als das Gasthaus in der Nacht von Banditen unter der Führung des Blinden Pew überfallen wird. Hawkins findet Hilfe bei Doktor Livesey und Squire Trelawney, die entdecken, dass es sich bei dem verschnürten Päckchen um eine Schatzkarte handelt. Trelawney will ein Schiff chartern und Hawkins als Schiffsjungen auf der Schatzsuche mitnehmen.
In Bristol hat Squire Trelawney das Schiff Hispaniola unter Kapitän Alexander Smollett gechartert. Der einbeinige Schiffskoch John Silver war ihm eine große Hilfe bei der Rekrutierung der restlichen Mannschaft. Der Kapitän ist mit dessen Auswahl jedoch nicht sehr zufrieden und beklagt sich zudem bei Trelawney, dass anscheinend die Mannschaft mehr über den Reisezweck weiß als er selbst.
Einige Zeit nach Beginn der Reise verschwindet plötzlich der Steuermann Mr. Arrow, und Jim Hawkins belauscht in einer Nacht ein Gespräch Silvers, in dem ganz klar wird, dass sich fast die gesamte Besatzung der Hispaniola aus ehemaligen Piraten von Flints Mannschaft zusammensetzt und Silver deren Anführer ist, der, sobald der Schatz gefunden ist, eine Meuterei anzetteln will.
Nach Ankunft bei der Schatzinsel erlaubt der Kapitän der Mannschaft, an Land zu gehen, wohlwissend, dass die Piraten sich sofort selbst auf Schatzsuche machen werden. Dadurch wird aber deren Zahl an Bord reduziert, und die Schiffsführung, die in Unterzahl ist, kann die Zurückgebliebenen erst einmal festsetzen. Hawkins hat sich, unerlaubterweise, mit dem Landetrupp auf die Insel begeben und flieht in das Landesinnere, kurz verfolgt vom Bootsmann Israel Hands. Dort trifft er auf einen ausgesetzten Seemann, Ben Gunn, der ebenfalls einmal zu Flints Bande gehörte. Er will Hawkins und der Schiffsführung helfen. Die hat sich mittlerweile an Land begeben und ein altes von Flint gebautes Blockhaus ausfindig gemacht, wo sie sich verschanzen können. Nach Eintreffen beim Blockhaus muss Jim Hawkins erst einmal eine gehörige Standpauke über sich ergehen lassen. Doktor Livesey ist jedoch sehr erfreut, als er von Ben Gunn hört.
Silver will die Schiffsführung zur Aufgabe überreden, wird jedoch harsch zurückgewiesen. Bei einem anschließenden Überfall der Piraten können einige von ihnen getötet werden, aber auch die Schiffsführung hat Verluste. Als der Doktor die Insel erkunden will, folgt ihm Hawkins erneut ohne Erlaubnis und hat sich bald darauf verlaufen. Er findet ein verstecktes Boot von Ben Gunn und macht sich zur ankernden Hispaniola auf.
Auf der Hispaniola kann Hawkins unbemerkt das Ankertau durchtrennen. Allerdings ist er nicht allein an Bord. Israel Hands liegt anscheinend schwer verletzt an Deck und fordert Hawkins auf, ihm zu helfen. Hawkins merkt allerdings, dass Hands ein Messer hat, und ist auf der Hut, als er diesem etwas zu trinken bringen will. Als sich Hands auf Hawkins stürzen will, läuft die treibende Hispaniola mit einem Ruck auf Grund, und Hawkins kann sich als erster aufrappeln und in die Takelage fliehen. Den nachfolgenden Hands befördert er mit einem Fußtritt ins Meer.
Glücklich dieser Gefahr entronnen, macht sich Hawkins auf den Weg zurück zum Blockhaus, wo er entsetzt feststellt, dass dieses von den Piraten eingenommen wurde. Die Schiffsführung ist verschwunden. Noch entsetzter ist Hawkins, als er feststellt, dass Silver auch noch die originale Schatzkarte in Händen hält. Die Restpiraten wollen Hawkins töten, doch Silver setzt sich durch und schleppt den gefesselten Hawkins hinter sich her bei der Suche nach dem Schatzversteck. Dort angekommen erwartet die Piraten eine Enttäuschung. Nur ein einziges Zwei-Guineen-Stück ist zu finden, sonst nichts. Da fallen Schüsse – die Schiffsführung hat im Hinterhalt gelegen. Die überlebenden Piraten fliehen – mit Ausnahme von Long John Silver.
Ben Gunn hatte in der langen Zeit, die er auf der Insel verbrachte, den Lageort des Schatzes ausfindig gemacht und ihn geborgen und dies dem Doktor mitgeteilt. So konnte dieser den Piraten auch einfach die Schatzkarte überlassen. Der Schatz wird an Bord gebracht, und die Hispaniola legt, mit Silver an Bord, ab zur Heimreise. Bei einem Zwischenstopp zur Auffüllung der Mannschaft verschwindet Silver mit einem Teil des Schatzes. Es soll sich jedoch immer noch ein Teil des Schatzes auf der Insel befinden – doch Hawkins schwört sich, nie mehr dorthin zurückzukehren.
Für die Filmmusik wurde nach Vermittlung durch den Komponisten Robert Mellin (der 1965 die Musik zum Abenteuervierteiler Don Quijote von der Mancha geschrieben hatte) der tschechische Komponist Jan Hanuš verpflichtet, der, ob der umfangreichen Arbeit, Hilfe von seinem Kollegen Luboš Sluka in Anspruch nahm. Eingespielt wurde die Musik vom Filmorchester Praha (FISYO) mit ca. 45 Personen unter Mitwirkung eines gemischten Chores von Pavel Kühn. Allerdings waren die Sänger der deutschen Sprache nicht mächtig und mussten den umfangreichen Text des Piratenliedes Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste phonetisch lernen. Deshalb hatten sie große Probleme mit der Aussprache und es klingt undeutlich. So hört es sich am Anfang statt Fünfzehn Mann eher wie Siebzehn Mann an.
Herstellungsleiter Walter Ulbrich hielt die Musik für sehr gelungen, und obwohl Robert Mellin der Ansicht war, dass sie einmalig sei und nicht weiter zu verwenden, setzte er sie in Auszügen sowohl für die Nachfolgeproduktionen „Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer“ (1968) als auch bei „Die Lederstrumpferzählungen“ (1969) ein.
Die Angaben zu den deutschen Synchronsprechern entstammen der synchrondatenbank.de
Robinson Crusoe | Don Quijote von der Mancha | Die Schatzinsel | Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer | Die Lederstrumpferzählungen | Der Seewolf | Cagliostro | Zwei Jahre Ferien | Lockruf des Goldes | Michael Strogoff | Die Abenteuer des David Balfour | Mathias Sandorf | Tödliches Geheimnis – Die Abenteuer des Caleb Williams | Wettlauf nach Bombay | Der schwarze Bumerang | Der Mann von Suez
Spielfilme: Versprich mir nichts! | Der Mustergatte | Yvette | Du und ich | Ziel in den Wolken | Der Florentiner Hut | Die gute Sieben | Bismarck | Ich klage an | Das andere Ich | Die Entlassung | Großstadtmelodie | Das Leben geht weiter | Liebe 47 | Tobias Knopp – Abenteuer eines Junggesellen | Meine Nichte Susanne | Des Lebens Überfluß | Wenn eine Frau liebt | Das Tor zum Frieden | Der Weibsteufel | Der blaue Stern des Südens | 1. April 2000 | Die Stärkere | Das tanzende Herz | …und ewig bleibt die Liebe | Die schöne Müllerin | Auf der Reeperbahn nachts um halb eins | Die heilige Lüge | Ich war ein häßliches Mädchen | Urlaub auf Ehrenwort | Waldwinter | Die Trapp-Familie | Königin Luise | Auf Wiedersehen, Franziska! | Immer wenn der Tag beginnt | Taiga | Die Trapp-Familie in Amerika | Sebastian Kneipp – Ein großes Leben | Meine Tochter Patricia | Jacqueline | Ich heirate Herrn Direktor | Eine Frau fürs ganze Leben | Ingeborg | Schlußakkord | Das letzte Kapitel | Schwejks Flegeljahre | Jetzt dreht die Welt sich nur um dich | Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft | Das chinesische Wunder | Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand
Fernsehfilme (Auswahl): Die Schatzinsel | Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer | Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Pokrowskoje (Kaliningrad, Jantarny)

Prokowskoje (russisch Проковское, deutsch Sorgenau, litauisch Sarginava) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Jantarny gorodskoi okrug (Stadtkreis Jantarny (Palmnicken)).

Pokrowskoje liegt 38 Kilometer nordwestlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg) und zwei Kilometer südlich von Jantarny (Palmnicken) an einer Nebenstraße, die Russkoje (Germau) an der Fernstraße A 192 mit Jantarny verbindet. Die Station Prokowskoje-Nowoje ist Haltepunkt an der ehemaligen Bahnstrecke Fischhausen–Groß Dirschkeim (russisch: Primorsk–Donskoje), die aber regulär nicht mehr betrieben wird.
Das bis 1946 Sorgenau genannte Dorf wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Palmnicken (heute russisch: Jantarny) eingegliedert, der bis 1945 bestand und zum Landkreis Fischhausen, von 1939 bis 1945 zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Sorgenau 556 Einwohner. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 562 und betrug 1939 bereits 659. Am 1. April 1939 verlor Sorgenau seine Eigenständigkeit und wurde zusammen mit dem Nachbarort Lesnicken (russisch: Rakuschino, nicht mehr existent) nach Palmnicken eingemeindet.
In Kriegsfolge kam Sorgenau 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Pokrowskoje“. Im Jahre 1947 wurde der Ort dem neu geschaffenen Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz) zugeordnet und war von 1947 bis 2004 in den Jantarny posselkowy sowjet (Dorfsowjet Jantarny (Palmnicken) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform ist Pokrowskoje mit seinen 579 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010) jetzt eine als „Siedlung“ russisch possjolok) eingestufte Ortschaft im Jantarny gorodskoi okrug (Stadtkreis Jantarny (Palmnicken)).
Mehrheitlich waren die Einwohner Sorgenaus vor 1945 evangelischer Konfession. Der Ort war bis 1906 in das Kirchspiel der Pfarrkirche in Germau (heute russisch: Russkoje) eingegliedert, danach gehörte es zur Kirche Jantarny im Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Prokowskoje im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Siedlung städtischen Typs: Jantarny (Palmnicken)
Siedlungen: Pokrowskoje (Sorgenau) | Sinjawino (Groß Hubnicken)

Aziz Bouhaddouz


Aziz Bouhaddouz (* 30. März 1987 in Berkane, Marokko) ist ein deutsch-marokkanischer Fußballspieler, der seit der Saison 2014/15 beim Zweitligisten SV Sandhausen unter Vertrag steht.
Aziz Bouhaddouz, Sohn marokkanischer Einwanderer, die ein Jahr nach seiner Geburt ins südhessische Dietzenbach übersiedelten, kam über die Vereine FC Dietzenbach und Spvgg. 03 Neu-Isenburg bereits als Jugendspieler zum FSV Frankfurt. Bei den Senioren kam Bouhaddouz erstmals in der Saison 2006/07 in der Oberliga Hessen zum Einsatz. Den Bornheimern gelang 2007 der Aufstieg in die Regionalliga Süd und im Jahr darauf in die 2. Bundesliga. Bouhaddouz kam dabei nur sporadisch in der ersten Mannschaft zum Einsatz, keines seiner zehn Regionalligaspiele absolvierte er über die volle Distanz. Zur Rückrunde der Saison 2008/09 wurde er an den Drittligisten Erzgebirge Aue ausgeliehen. Dort erzielte er in neun Spielen ein Tor und kehrte nach Rundenende an den Bornheimer Hang zurück.
In der Vorrunde der Saison 2009/10 kam er zu seinen ersten Spielen in der 2. Bundesliga und wurde im Verlauf der Runde insgesamt 17 Mal eingesetzt, konnte sich aber weder unter Tomas Oral noch unter Hans-Jürgen Boysen einen Stammplatz erspielen. In der zweiten Mannschaft des FSV, die in dieser Spielzeit unter Trainer Ramon Berndroth Meister der Hessenliga wurde und in die Regionalliga Süd aufstieg, war er hingegen mit 23 Toren in 20 Spielen bester Torschütze der Bornheimer. Auch in der Zweitligaspielzeit 2010/11 stand Bouhaddouz im Profikader des FSV und kam in der Vorrunde auch zu mehreren Kurzeinsätzen. Am 24. Spieltag erzielte er bei der 1:2-Auswärtsniederlage in Cottbus sein erstes Zweitligator.
Bouhaddouz verließ den FSV Frankfurt im Sommer 2011, nachdem er sich mit dem Verein nicht über eine Verlängerung des Vertrages einigen konnte, und wechselte zum Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Unter Trainer Gino Lettieri war der Stürmer in der Hinrunde der Saison 2011/12 zeitweise Stammspieler, in der Rückrunde hingegen, in der Lettieri durch Peter Vollmann abgelöst wurde, kam Bouhaddouz fast nur noch durch Einwechslungen zu Einsätzen. Am Saisonende standen für Bouhaddouz 27 Spiele und vier Tore zu Buche. Er einigte sich anschließend mit dem SV Wehen auf eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages. Er unterschrieb zur Saison 2012/13 beim FC Viktoria Köln in der Regionalliga West.
Ende August 2013 verpflichtete ihn der Bundesligist Bayer 04 Leverkusen für seine Regionalligareserve. Bouhaddouz wurde mit 24 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga West. Ein Jahr später wechselte er zum SV Sandhausen.
Alexander Bieler | Aziz Bouhaddouz | Florian Hübner | Ranisav Jovanović | Philipp Klingmann | Tim Kister | Marco Knaller | Jakub Kosecki | Kevin Kratz | Moritz Kuhn | Philipp Kühn | Stefan Kulovits | Denis Linsmayer | Seyi Olajengbesi | Leart Paqarada | Thomas Pledl | Damian Roßbach | Eric Schaaf | Daniel Schulz | Manuel Stiefler | Dominik Stolz | Marco Thiede | Korbinian Vollmann | José Pierre Vunguidica | Andrew Wooten | Rick Wulle | Steven Zellner | Erik Zenga | Robert Zillner
Trainer: Alois Schwartz

Unia Wolności

Die Unia Wolności (deutsch Freiheitsunion, UW) war eine liberale politische Partei in Polen. Sie wurde im April 1994 von Mitgliedern der zusammengeschlossenen Demokratischen Union (UD) und dem Liberal-Demokratischen Kongress (KLD) gegründet und 2005 in die Partia Demokratyczna – demokraci.pl umgewandelt.

Die UW nahm eine Position in der Mitte des politischen Spektrums Polens ein. Sie war stark pro-europäisch ausgerichtet. In der Wirtschaftspolitik setzte sie sich eindeutig für marktwirtschaftliche Prinzipien ein, in gesellschaftspolitischen und weltanschaulichen Fragen war sie eher konservativ, beispielsweise war sie für ein Verbot von Abtreibungen. Innerhalb der Partei gab es verschiedene Flügel, die als christdemokratisch, liberal-konservativ und linksliberal beschrieben werden können. Am wichtigsten waren der christlich orientierte „Ethos-Flügel“, für den vor allem Jacek Kuroń und Bronisław Geremek standen, und der neoliberale Flügel, der maßgeblich von Donald Tusk und Leszek Balcerowicz vertreten wurde. Die Partei erlitt auch mehrfach Abspaltungen, sowohl nach rechts, als auch nach links. 1996 trat die UW auf europäischer Ebene der überwiegend christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP) bei, auf globaler Ebene schloss sie sich der Christlich Demokratischen Internationale (CDI) an. Nach der Abspaltung der Bürgerplattform und dem Ausscheiden der UW aus dem Sejm wechselte sie zur Europäischen Liberalen Demokratischen und Reformpartei (ELDR).
1994 ging die Demokratischen Union (UD) zusammen mit dem Liberal-Demokratischen Kongress (KLD) in der neu gegründeten Unia Wolności (UW) auf. Beide Vorgängerparteien waren aus dem christlich-liberalen Flügel der Solidarność-Bewegung hervorgegangen. Zuvor hatte bei der Parlamentswahl im September 1993 die UD 10,6 % der Stimmen und 74 Sitze im Sejm gewonnen, die KLD war dagegen mit 4 % aus dem Parlament ausgeschieden. Der bisherige UD-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki wurde erster Vorsitzender der vereinigten Partei. Sein Stellvertreter wurde Donald Tusk, der aus der KLD kam. Mazowiecki stand für christlich-demokratische Werte (jedoch weit weg von religiösem Fundamentalismus), wurde aber vom linken Flügel der Partei um Władysław Frasyniuk und Zofia Kuratowska kritisiert. Die UW war zunächst wichtigste Oppositionspartei gegen die Koalitionsregierung aus postkommunistischer SLD und Bauernpartei PSL.
1995 wurde Leszek Balcerowicz zum neuen Parteichef gewählt, der in den ersten nichtkommunistischen Regierungen Finanzminister gewesen und für die „Schocktherapie“ radikaler marktwirtschaftlicher Reformen (sogenannter Balcerowicz-Plan) verantwortlich war. Als Präsidentschaftskandidaten stellte die Partei 1995 Jacek Kuroń, einen bekannten Oppositionellen aus den 1970er und 1980er Jahren, sowie Arbeitsminister in den Regierungen Mazowieckis und Hanna Suchockas auf, der allerdings mit nur 9,22 % der Stimmen schlecht abschnitt. Der Grund für das niedrige Abschneiden ging darauf zurück, dass Kuroń nicht von der liberalen Wählerschaft der Partei akzeptiert und hauptsächlich von den Sympathisanten der sozialdemokratischen SLD und der linken Unia Pracy unterstützt wurde.
Bis 1997 blieb die Partei in der Opposition zu den postkommunistischen und sozialdemokratischen Regierungen unter Waldemar Pawlak, Józef Oleksy und Włodzimierz Cimoszewicz. Die UW kritisierte entschieden die Verkrustung der politischen Institutionen und die verbreitete Korruption und setzte sich für die Fortsetzung der Wirtschafts- und Sozialreformen ein. Trotz der starken Kritik an der SLD und der bäuerlichen PSL nahm die Partei an der Verabschiedung der neuen polnischen Verfassung im Jahre 1997, zusammen mit diesen Parteien, teil.
Nach der Parlamentswahl im September 1997, bei der die aus Parteien des Post-Solidarność-Spektrums gebildete AWS gewinnen konnte, trat die UW als Juniorpartner in die Mitte-rechts-Regierung unter Ministerpräsident Jerzy Buzek ein. In der Öffentlichkeit erreichte der Parteivorsitzende Leszek Balcerowicz den höchsten Bekanntheitsgrad, da er als Finanzminister für die Liberalisierung der polnischen Wirtschaft zuständig war. Es wurde der sogenannte „zweite Balcerowicz-Plan“ vorgeschlagen, stieß aber eher auf Skepsis beim konservativen Koalitionspartner.
In der Regierung Buzeks saßen auch u.a. Bronisław Geremek (Außenminister), die ehemalige Ministerpräsidentin Hanna Suchocka (Justizministerin) und Janusz Onyszkiewicz (Verteidigungsminister) für die UW. Aufgrund der sozialen Härten, die die Wirtschaftsreformen mit sich brachten, verlor sowohl Balcerowicz, wie auch der politische Liberalismus in Polen zusehends an Popularität.
Wegen diverser Missverständnisse in der Finanzpolitik und Regierungskonflikten traten im Juni 2001 einige liberale Minister der UW aus der Regierung aus und die Koalition brach zusammen. Die Minderheitsregierung Buzeks genoss allerdings bei wichtigen Gesetzesentwürfen noch bis Herbst 2001 die Unterstützung der UW im Sejm.
Nach dem Erfolg des unabhängigen liberalen Kandidaten Andrzej Olechowski in den Präsidentschaftswahlen im Herbst 2000 (19 % Unterstützung für einen parteilosen Kandidaten) und der Übernahme des Parteivorsitzes durch den eher linksliberalen Bronisław Geremek, verließen immer mehr führende Politiker (wie der spätere Ministerpräsident Donald Tusk oder Janusz Lewandowski) die Partei und gründeten eine Konkurrenzpartei, die Bürgerplattform (polnisch Platforma Obywatelska, PO), die sich mehr den Konservativen nähern und an christlichen Werten orientieren wollte. Dabei wurde die Fusion von UD und KLD praktisch wieder aufgehoben: Die Politiker, die aus der KLD kamen, wechselten überwiegend zur PO, während die vormaligen UD-Mitglieder in der UW blieben.
Nach dem Wahldebakel der AWS im September 2001 erreichte die UW kein Mandat mehr für den Sejm und war nur noch im polnischen Senat – durch ihre Teilnahme am „Block 2001“ der Post-Solidarność-Parteien – mit fünf Abgeordneten vertreten. Sie trat 2002 aus der Europäischen Volkspartei aus und wandte sich den internationalen liberalen Organisationen zu. Der Gründungsvorsitzende Tadeusz Mazowiecki, der eine kirchenfreundlichere Linie verfolgte und sich bewusst auf christliche Werte berief, wollte diesen Bruch mit der Christdemokratie nicht mitvollziehen und trat aus der UW aus.
2002 verlor die Partei anschließend die Kommunalwahlen ebenfalls deutlich. Innerhalb Polens fiel sie damit in eine politische Bedeutungslosigkeit, obwohl sie bei der Europawahl 2004 überraschend wieder die Fünf-Prozent-Hürde überspringen konnte und mit vier Abgeordneten in das Europäische Parlament einzog, die sich der Fraktion ALDE anschlossen. Einer der Abgeordneten war bis 2008 der 1998 mit dem Karlspreis ausgezeichnete Bronisław Geremek.
2005 wurde die Unia Wolności in Partia Demokratyczna – demokraci.pl (deutsch Demokratische Partei) umgewandelt.

Harvard Bridge

42.35457-71.09132Koordinaten: 42° 21′ 16,5″ N, 71° 5′ 28,8″ W
f1
MA 2A (Massachusetts Avenue)
Charles River
Die Harvard Bridge (auch MIT Bridge, Massachusetts Avenue Bridge, Mass. Ave. Bridge oder Xylophone Bridge) ist eine mit Beton verkleidete, stählerne Balkenbrücke im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten. Sie verbindet den Bostoner Stadtteil Back Bay mit der Stadt Cambridge, indem sie die Massachusetts Route 2A (dort zugleich Massachusetts Avenue) über den Charles River führt. Sie ist mit einer Länge von 2.165,1 ft (659,9 m) die längste Brücke über den Charles River, wobei ihre Länge auch in der idiosynkratischen Einheit Smoot (im Ergebnis „364,4 Smoots plus/minus ein Ohr“) gemessen wird.
Erst nach mehreren Versuchen gelang es den Stadtverwaltungen von Boston und Cambridge, trotz der vielfach geäußerten Antipathie der Bevölkerung die Brücke von 1887 bis 1891 als Drehbrücke zu errichten. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Bauwerk mehrfach überholt und schließlich in den späten 1980er Jahren vollständig erneuert, da die Vibrationen nicht mehr akzeptable Ausmaße angenommen hatten und eine baugleiche Brücke aus diesem Grund eingestürzt war.
Die Brücke wurde nach dem puritanischen Theologen John Harvard benannt.

Der Gesetzgeber von Massachusetts verabschiedete bereits innerhalb der Acts of 1874 mit dem Chapter 175 und Chapter 314 die notwendigen Ermächtigungsgrundlagen zum Bau einer Brücke zwischen Boston und Cambridge. Tatsächlich geschah bis 1882 jedoch nichts weiter, bis das Folgegesetz Chapter 155 der Acts of 1882 mehr Details zum Bau der geplanten Brücke festlegte, unter anderem den genauen Standort:
„Acts of 1882, Chapter 155, Section 1: The cities of Boston and Cambridge are authorized to construct a bridge and avenue across Charles river, from a point on Beacon street, in Boston, to a point in Cambridge, west of the westerly line of the Boston and Albany railroad. … to the limitation that the line thereof shall not be north-east of a line drawn from the junction of Beacon street and West Chester park, in Boston, to the junction of the harbor line with Front Street, extended, in Cambridge, nor south-west of a line drawn from the junction of Beacon street, Brookline avenue and Brighton avenue, in Boston, to the junction of the Boston and Albany railroad with Putnam avenue, extended, in Cambridge.“
Die Brücke sollte dabei als Drehbrücke ausgelegt werden und eine Durchfahrbreite von mindestens 38 ft (11,6 m) aufweisen. Der Stadt Boston gefielen diese Pläne vor allem deswegen nicht, weil sie keine Möglichkeit boten, die Strecke der Boston and Albany Railroad über die Brücke zu führen. So geschah erneut drei Jahre lang nichts, bis mit dem Chapter 129 der Acts of 1885 die geforderte Öffnungsbreite auf höchstens 36 ft (11 m) begrenzt wurde. Dies sollte so lange gelten, bis die anderen Brücken unterhalb der angesetzten Position eine größere Öffnung aufweisen müssten.
Es geschah daraufhin immer noch nichts, bis sich im Jahr 1887 die Stadt Cambridge mit einer Petition an die bundesstaatliche Gesetzgebung wandte, um Boston zum Baubeginn zu bewegen. Dies führte zum Erlass des Chapter 282 in den Acts of 1887, der für beide Städte verbindlich war und sie zu gleichen Teilen an den Baukosten beteiligte. Dazu wurde der Stadt Boston gestattet, ihr Kreditlimit zu überschreiten und zusätzliche 250.000 US-Dollar (entspr. heute ca. $6.420.000) aufzunehmen. Die geschätzten Baukosten der Brücke betrugen damit eine halbe Million US-Dollar (entspr. heute ca. $12.840.000).
Das Gesetz autorisierte eine Kommission zum Bau der Brücke, die sich aus den Bürgermeistern der beteiligten Städte sowie einer dritten, von den Bürgermeistern zu bestimmenden Person zusammensetzen sollte. Falls keine Einigung auf diese dritte Person erzielt werden könne, solle der Gouverneur des Bundesstaates diese Aufgabe übernehmen. So weit kam es aber nicht, da sich Hugh O’Brien und Willam Russel auf den aus Cambridge stammenden Leander Greeley einigen konnten. Im Zeitablauf änderte sich mit den politischen Ämtern auch die Besetzung des Ausschusses, wie die folgende Tabelle zeigt.
Vom Bau der Brücke versprachen sich ihre Erbauer viele Vorteile. Die ehemals so gut wie wertlosen Grundstücke auf der Seite von Cambridge waren aufgefüllt und zu wertvollen Landflächen aufgewertet worden, so dass die Stadt über die neue Brücke mit den wertvollsten Bereichen von Boston verbunden wurde. Insbesondere für die Bewohner der Stadtteile Back Bay, South End und Roxbury erhoffte man sich durch die neue, direkte Anbindung an Cambridge weitgehende Verbesserungen, da über diesen Weg auch Belmont und Arlington schneller zu erreichen waren als bisher. Es wurde erwartet, dass die über die Brücke führende Straße sich im Laufe der Zeit zur zentralen Durchgangsstraße in beiden Städten entwickeln werde.
Mit den Acts of 1887 wurde festgelegt, dass die Brücke auf Holzpfeilern ruhen sollte, die auf den ersten 200 ft (61 m) mit Steinfundamenten gesichert werden sollten, da erwartet wurde, dass der Ausbau der Uferbefestigungen diesen Platz benötigte. Diese Vorgabe wurde jedoch dahingehend geändert, dass die gesamte Brücke aus Stahlträgern auf Steinfundamenten bestehen sollte, und am 14. Juli 1887 genehmigt. Als ausführende Ingenieure wurden William Jackson, John. E. Cheney, Samuel E. Tinkham und Nathan S. Brock beauftragt.
Die Anforderungen an den Bau der Brücke waren enorm, da der Untergrund, auf dem das Bauwerk errichtet werden sollte, von Natur aus einige Schwierigkeiten aufweist. Unterhalb eines Großteils des Bostoner Bodens befindet sich eine Schicht aus Ton, und entlang des Charles River verläuft eine geologische Bruchlinie. In einer Tiefe von 200 ft (61 m) bis 300 ft (91,4 m) besteht der Boden aus einer hoch verdichteten Mischung aus Kies, Geröll, Schluff und Ton. Darüber befindet sich bis etwa 30 ft (9,1 m) unterhalb der Oberfläche eine reine Schicht aus Ton, dem Boston Blue Clay (BBC), und wiederum darüber erstrecken sich dünnere Schichten aus Sand, Geröll und sonstigem Füllmaterial. Die BBC-Schicht ist bis in eine Tiefe von ca. 70 ft (21,3 m) hoch konsolidiert.
Der Unterbau der Brücke bestand ursprünglich aus zwei gemauerten Widerlagern, 23 gemauerten Strompfeilern und einem Pfahlfundament, das einen Schutzpfeiler für das Drehelement trug. Der obere Aufbau bestand aus 23 Gerberträgern aus Stahl sowie dem Drehelement. Das Widerlager auf Bostoner Seite ruht auf vertikal im Boden versenkten Pfählen, während es auf der Seite von Cambridge direkt auf dem Flussbett steht.
Ursprünglich verband die Brücke den Bostoner West Chester Park mit der Front Street in Cambridge; heute wird die gesamte Strecke auf beiden Seiten des Flusses als Massachusetts Avenue bezeichnet. Die Gesamtlänge – gemessen von der jeweiligen Mitte der beiden Widerlager – betrug 2.164 ft (659,6 m), die Breite war mit 69,3 ft (21,1 m) angegeben. Die Mitten der Pfeiler standen jeweils 90 ft (27,4 m) voneinander entfernt, und die Spannweite der einzelnen Elemente betrug abwechselnd 75 ft (22,9 m) und 105 ft (32 m), wobei die längeren Träger freitragend waren und die kürzeren zwischen diesen abgehängt wurden.
Die über die Brücke führende Fahrbahn wies zwei Fahrspuren für Pferdekutschen und zwei Schienenstränge für Straßenbahnen mit einer Gesamtbreite von 51 ft (15,5 m) auf. Daneben verliefen zwei 9,2 ft (2,8 m) breite Bürgersteige. Sowohl die Fahrbahn als auch die Längsträger der Fußgängerwege bestanden aus Holz, wobei die Bürgersteige mit einer ca. 1,25 in (31,8 mm) dicken Asphaltschicht bedeckt waren. Das Drehelement war hingegen lediglich 48 ft (14,6 m) breit, etwa 149 ft (45,4 m) lang und war auf einem hölzernen Pfeiler befestigt. Es verfügte über einen elektrischen Antrieb und ein kleines Häuschen für den Brückenwärter.
Die Brücke wurde am 1. September 1891 eröffnet. Die am 1. März 1892 bekanntgegebenen Baukosten betrugen $510.642,86 (entspr. heute ca. $14.000.000).
Nachdem insbesondere die Namen Blaxton, Chester, Shawmut und Longfellow verworfen wurden, wurde die Brücke nach dem puritanischen Theologen John Harvard benannt, dessen Namen auch die Harvard University trägt. Die heutige Longfellow Bridge wurde 15 Jahre später eröffnet. Harvard war ein früher Gönner und Finanzier der Universität, nicht jedoch – wie häufig angenommen wird – ihr Gründer.
Möglicherweise aufgrund der räumlichen Nähe zum Bauwerk gibt es eine Vielzahl von Gerüchten am MIT im Hinblick auf die Namensgebung der Brücke, die jedoch alle stark bezweifelt werden müssen. Dies ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass die Brücke bereits 1891 errichtet wurde, während das MIT erst 1916 an seinen heutigen Standort und damit in ihre direkte Nachbarschaft zog.
Im Jahr 1898 wurden neben den Bordsteinen Radwege installiert. Erst im Jahr 2011, also 113 Jahre später, verband die Stadt Boston ihr eigenes Radwegenetz mit den Fahrwegen auf der Brücke.
In der Nähe des südöstlichen Endes der Brücke befindet sich ein Gedenkstein, der an einen Sprung von Harry Houdini von der Harvard Bridge am 1. Mai 1908 erinnert. Andere Quellen datieren den Sprung bereits auf den 30. April desselben Jahres.
Im Jahr 1909 wurde die Brücke für unsicher erklärt und gefordert, sämtliche Eisen- und Stahlelemente zu ersetzen. In diesem Zuge wurden zugleich das Niveau der Brücke leicht erhöht und die Straßenbahnschienen ersetzt.
Als die Metropolitan District Commission (MDC) im Jahr 1924 die Zuständigkeit über die Harvard Bridge erlangte, erneuerte die Behörde einen Großteil der Aufbauten. Insbesondere wurden die Holzträger durch Doppel-T-Träger aus Stahl sowie Holzelemente des Decks durch Beton und Ziegelsteine ersetzt. Die Straßenbahnschienen wurden ebenfalls erneut ausgewechselt. Das Drehelement wurde entfernt und durch zwei feststehende Segmente mit einer jeweiligen Länge von 75 ft (22,9 m) ersetzt. Der hölzerne Brückenpfeiler wurde durch den Einsatz von Beton und Steinen stark modifiziert, um optisch den übrigen Pfeilern zu entsprechen. Die Anzahl der steinernen Pfeiler stieg damit von 23 auf 24.
1931 wurde aufgrund des stets zunehmenden Verkehrsaufkommens an der Kreuzung von Massachusetts Avenue und Memorial Drive eine Unterquerung gebaut, der die höhengleiche Kreuzung ersetzte.
Das Bauwerk war lange Zeit auch als Xylophone Bridge bekannt, was auf die speziellen Geräusche zurückging, welche die Fahrzeuge beim Überfahren der Brücke erzeugten. Die Fahrbahn wurde jedoch 1949 durch eine neue Oberfläche aus Beton und Bitumen ersetzt, und im gleichen Zuge wurden die Straßenbahnschienen entfernt und durch Straßenlaternen ersetzt. Ergänzend wurden Auffahrrampen vom zu dieser Zeit noch im Bau befindlichen Storrow Drive hinzugefügt. 1962 wurde der Belag der Bürgersteige ersetzt.
Die damalige Metropolitan District Commission (später aufgegangen im Department of Conservation and Recreation) beauftragte aufgrund zahlreicher Beschwerden von Nutzern der Brücke in den Jahren 1971/72 eine Studie zur technischen Untersuchung der Harvard Bridge, um der Ursache der starken Vibrationen auf den Grund zu gehen. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Stabilität der Brücke für die auftretenden Belastungen nicht ausreichend war. Noch vor dem Abschluss der Studie wurde die Empfehlung ausgesprochen, eine Begrenzung auf 7,3 Tonnen pro Achse bzw. 14 Tonnen pro Fahrzeug einzuführen. Alternativ sollten Lkw nur noch die inneren Fahrspuren benutzen dürfen, wo die Brücke stabiler war. Ungeachtet dieser Empfehlungen wurde ein Gewichtslimit von 23 Tonnen pro Fahrzeug eingeführt.
Die Empfehlungen der Studie umfassten unter anderem eine Verstärkung der bestehenden Struktur durch das Hinzufügen weiterer Bauelemente, um sie in Längsrichtung stabiler zu machen, sowie ein vollständiger Austausch der Aufbauten durch entweder Stahl- oder Betonelemente gemäß der aktuellen Standards. Dabei sollte der neue Aufbau möglichst nicht mehr wiegen als der alte, damit die Pfeiler, die sich noch in einem guten Zustand befanden, weitergenutzt werden konnten.
Der Vorteil eines Neubaus lag vor allem darin, dass die Kosten dafür weitaus besser kalkuliert werden konnten als für eine Reparatur und Verstärkung. Eine neue Brücke würde aus bereits vorab bekannten Materialien (bspw. dehnbarem Profilstahl anstelle von brüchigem Schmiedeeisen) bestehen und nach dem AASHO-Standard HS-20 zertifiziert sein. Eine Reparatur würde hingegen die alten Bauteile aus Schmiedeeisen mit unbekannter Qualität und unbekanntem Zustand nicht ersetzen und die Anforderungen der damals aktuellen Standards nicht erfüllen. Die Studie lieferte dazu auch bereits umfangreiche Berechnungen. Die Kosten wurden auf 2,5 bis 3 Millionen US-Dollar (entspr. heute ca. $17.000.000) geschätzt.
Nach Abschluss der Studie wurde das Gewichtslimit auf 14 Tonnen auf den äußeren und 23 Tonnen auf den inneren Fahrspuren angepasst. Im Jahr 1979 wurde diese Begrenzung auf 14 Tonnen auf allen Fahrspuren ausgeweitet.
Nach dem Zusammenbruch der Mianus River Bridge in Greenwich, Connecticut im Jahr 1983 wurde die Harvard Bridge umgehend gesperrt und einer intensiven Inspektion unterzogen, da sie teilweise baugleich mit der eingestürzten Brücke war. Die Untersuchung ergab, dass bereits zwei Aufhängungen gebrochen waren, woraufhin der Verkehr auf die inneren beiden Fahrspuren begrenzt wurde. Wenige Tage später wurde die Brücke für alle Lkw und Busse gesperrt.
Im Jahr 1986 wurden Pläne veröffentlicht, die Aufbauten der Brücke unter Beibehaltung der Pfeiler zu ersetzen. Die Alternativen dazu waren denjenigen in der bereits 1972 durchgeführten Studie sehr ähnlich und wurden auf der gleichen Grundlage entschieden. Zu den strukturellen Modifikationen zählten der Ausbau von vier auf sechs Längsträger, das Entfernen der Rampe „B“ sowie der Ersatz einer Treppe durch eine auch für Behinderte geeignete Rampe an beiden Enden der Brücke.
Der historische Wert der Brücke wurde als sehr hoch eingestuft, so dass der Plan vorsah, das Aussehen der Brücke möglichst ähnlich zum originalen Bauwerk zu gestalten. Insbesondere die Geländer und Beleuchtung sollten übernommen werden. Um exakte Merkmalsdefinitionen zu erarbeiten, wurde die Erstellung eines Historic American Engineering Record (HAER) beauftragt.
Die Arbeiten sollten in zwei Phasen abgeschlossen werden. In der ersten, auf eine Dauer von 5 Monaten angesetzte Phase sollte die flussabwärts liegende Seite der Brücke verstärkt werden, um den Busverkehr der MBTA wieder zu ermöglichen. Dazu mussten lediglich Arbeiten am Unterbau erfolgen, so dass der Pkw-Verkehr nicht beeinträchtigt wurde. Die mit einem Zeitraum von drei Bausaisons angesetzte Phase 2 sollte anschließend dazu genutzt werden, den gesamten Aufbau der Brücke zu ersetzen. Die Kosten für diese Maßnahmen wurden auf 20 Millionen US-Dollar (entspr. heute ca. $43.000.000) geschätzt. Phase 1 konnte 1987 und Phase 2 schließlich 1990 abgeschlossen werden.
Die Brücke im Jahr 1985 von Cambridge aus gesehen. Deutlich zu erkennen sind die Abnutzungserscheinungen sowie die Absperrungen an den äußeren Fahrbahnen zu erkennen.
In etwa die gleiche Ansicht im Jahr 2009.
Die Unterseite der Brücke im Jahr 1985.
Das gleiche Bild im Jahr 2009. Zu erkennen sind insbesondere die hinzugefügten Längsträger.
Die Länge der Harvard Bridge wird auch in der idiosynkratischen Einheit Smoot gemessen. Dies geht auf das Jahr 1958 zurück, wo einige Mitglieder der MIT-Studentenverbindung Lambda Chi Alpha die Länge des östlichen Bürgersteigs der Brücke vermaßen, indem sie den kleinsten Neuzugang in diesem Jahr, einen gewissen Oliver R. Smoot, von einem Ende zum anderen trugen oder zogen. 1 Smoot entspricht dabei seiner Körpergröße von 67 in (1,7 m). Oliver Smoot wurde später ironischerweise Präsident der International Organization for Standardization (ISO).
Seitdem werden Passanten über in Intervallen von 10 Smoot applizierte Markierungen darüber informiert, dass die Länge der Brücke 364,4 Smoot (plus/minus ein Ohr) beträgt. Wissenschaftlich korrekt soll dadurch ein gewisser Messfehler ausgedrückt werden. Mit den Jahren verschwand allerdings die negative Abweichung aus den Zitaten ebenso wie die meisten Markierungen auf der Brücke. Heute werden die Markierungen zweimal pro Jahr von Mitgliedern der Studentenverbindung nachgezeichnet.
Während der Erneuerung der Aufbauten in den 1980er Jahren wurden mit ausdrücklicher Genehmigung der Behörden die Markierungen auch auf die neue Oberfläche des östlichen Bürgersteigs übertragen. Ebenso wurde die Länge der Platten für die Gehwege anstelle der üblichen 6 ft (1,8 m) in Smoot vorgegeben. Heute verwendet die Polizei in Cambridge diese Markierungen als Positionsangaben bei Unfallmeldungen auf der Brücke.
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Verkehrswege, die ganz oder teilweise auf Bostoner Stadtgebiet liegen
Massachusetts Turnpike (I-90) • I-93 • I-95
US 1 • US 3 • US 20
Route 1A • Route 2 • Route 2A • Route 3 • Route 9 • Route 28 • Route 30 • Route 99 • Route 128 • Route 145 • Route 203
Arborway • Blue Hills Parkway • Day Boulevard • Fenway • Jamaicaway • Memorial Drive • Morrissey Boulevard • Morton Street • Park Drive • Riverway • Stony Brook Reservation Parkways • Soldiers Field Road • Storrow Drive • Truman Parkway • VFW Parkway • West Roxbury Parkway
Beacon Street • Bennington Street • Boylston Street • Commonwealth Avenue • Dorchester Avenue • Huntington Avenue • Massachusetts Avenue • Newbury Street • State Street • Tremont Street • Washington Street
Anderson Memorial Bridge • Boston University Bridge • Bowker Overpass • Charlestown Bridge • Eliot Bridge • Harvard Bridge • Leverett Circle Connector Bridge • Longfellow Bridge • North Beacon Street Bridge • Tobin Bridge • Leonard P. Zakim Bunker Hill Memorial Bridge
Callahan-Tunnel • Dewey Square Tunnel • Sumner-Tunnel • Thomas P. O’Neill Jr. Tunnel • Ted-Williams-Tunnel
East Boston Expressway • John F. Fitzgerald Expressway (Central Artery) • Northeast Expressway • Northern Expressway • Northwest Expressway • Southeast Expressway • Southwest Expressway (Southwest Corridor) • Western Expressway
Chester Square • Cleveland Circle • Copley Square • Dewey Square • Dock Square • Dudley Square • Kenmore Square • Louisburg Square • North Square • Packard’s Corner • Park Square • Post Office Square • Union Square • Uphams Corner
MassDOT • Big Dig • Boston Post Road • Emerald Necklace • Liste der Brücken über den Charles River • Liste der State-, U.S.- und Interstate-Highways in Massachusetts

Hueytown

Jefferson County
01-36448
Hueytown ist eine Stadt im Jefferson County im US-Bundesstaat Alabama. Im Jahr 2000 hatte die Stadt 15.364 Einwohner.

Hueytowns geographische Koordinaten sind 33° 26′ N, 87° 0′ W33.437777777778-86.9975 (33.437709, -86.997579).
Nach den Angaben des United States Census Bureaus hat die City eine Fläche von 30,1 km², wovon 30,0 km² auf Land und 0,1 km² (= 0.17 %) auf Gewässer entfallen. Allgemein gilt, dass der Ort ein Vorort von Birmingham ist und er gehört zur Birmingham-Hoover Metropolitan Area.
Zum Zeitpunkt des United States Census 2000 bewohnten Hueytown 15.364 Personen. Die Bevölkerungsdichte betrug 510,9 Personen pro km². Es gab 6519 Wohneinheiten, durchschnittlich 216,8 pro km². Die Bevölkerung Hueytowns bestand zu 83,81 % aus Weißen, 15,49 % Schwarzen oder African American, 0,14 % Native American, 0,13 % Asian, 0,08 % gaben an, anderen Rassen anzugehören und 0,34 % nannten zwei oder mehr Rassen. 0,47 % der Bevölkerung erklärten, Hispanos oder Latinos jeglicher Rasse zu sein.
Die Bewohner Hueytowns verteilten sich auf 6155 Haushalte, von denen in 29,5 % Kinder unter 18 Jahren lebten. 57,8 % der Haushalte stellten Verheiratete, 12,3 % hatten einen weiblichen Haushaltsvorstand ohne Ehemann und 26,6 % bildeten keine Familien. 23,9 % der Haushalte bestanden aus Einzelpersonen und in 10,9 % aller Haushalte lebte jemand im Alter von 65 Jahren oder mehr alleine. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug 2,47 und die durchschnittliche Familiengröße 2,92 Personen.
Die Stadtbevölkerung verteilte sich auf 22,2 % Minderjährige, 8,6 % 18–24-Jährige, 27,6 % 25–44-Jährige, 24,4 % 45–64-Jährige und 17,2 % im Alter von 65 Jahren oder mehr. Das Durchschnittsalter betrug 39 Jahre. Auf jeweils 100 Frauen entfielen 90,2 Männer. Bei den über 18-Jährigen entfielen auf 100 Frauen 86,4 Männer.
Das mittlere Haushaltseinkommen in Hueytown betrug 41.225 US-Dollar und das mittlere Familieneinkommen erreichte die Höhe von 49.380 US-Dollar. Das Durchschnittseinkommen der Männer betrug 36.087 US-Dollar, gegenüber 26.025 US-Dollar bei den Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen in Hueytown war 19.735 US-Dollar. 6,8 % der Bevölkerung und 5,3 % der Familien hatten ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, davon waren 5,2 % der Minderjährigen und 9,2 % der Altersgruppe 65 Jahre und mehr betroffen.
Die öffentlichen Schulen in Hueytown gehören zum Schulsystem des Jefferson Countys. Es gibt eine Highschool, eine Middle School und zwei Elementary Schools. Hinzu kommen zwei kirchlich getragene Schulen:
Das Schulmaskottchen der Highschool ist ein goldenes Erdhörnchen.
HYT ist die übliche Abkürzung für HueYTown im Zusammenhang mit dem Sport, etwa für das Footballteam der Highschool, das 2006 und 2007 die Playoffrunde des Bundesstaates erreichte. Das Softball-Team wurde einige Male Meister auf Bundesstaatsebene.
Hueytown war die Heimatstadt einer die NASCAR-Serie dominierenden Rennsportgruppe, der Alabama Gang. Die Hauptdurchgangsstraße der Stadt, der Allison-Bonnett Memorial Drive, hat seinen Namen nach den Rennfahrern Bobby, Donnie, Davey und Clifford Allison sowie Neil Bonnett. Dazu gehörte auch die Rennsportlegende Charles „Red“ Farmer.
BMW Motorsport wählte Hueytown zu seiner nordamerikanischen Operationsbasis, bevor das Unternehmen 1975 seine erste Saison in einer Rennserie der International Motor Sports Association (IMSA) absolvierte.

Tauwetter (Verein)

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Tauwetter ist ein Selbsthilfeprojekt von Männern und für Männer, die als Junge sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Träger der Anlaufstelle des Projekts ist ein als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Durch Vernetzung mit anderen Projekten, Telefonberatung und einen Internet-Auftritt mit Adressen- und Literaturliste ist der Verein auch außerhalb Berlins wirksam.

Aus einer Selbsthilfegruppe heraus entstand Anfang 1995 im Mehringhof in Berlin-Kreuzberg die Anlaufstelle Tauwetter. Der Verein Tauwetter, vereint gegen sexualisierte Gewalt e.V. wurde im April 1999 gegründet. Von Anfang an wird konsequent am Prinzip der Hilfe durch Betroffene für Betroffene festgehalten; gemeinsam mit anderen Projekten wurde der betroffenenkontrollierte Ansatz entwickelt. Tauwetter versteht sich als parteilich zugunsten der Opfer sexualisierter Gewalt; Täterarbeit wird bewusst nicht angeboten.
Seit Anfang 2013 wird die Arbeit der Anlaufstelle vom Berliner Senat getragen. Der notwendige Eigenanteil wird durch zusätzliche Angebote (s.u.) sichergestellt.
Tauwetter ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung und arbeitet mit anderen Selbsthilfe- bzw. Opferhilfeprojekten (Wildwasser, Zartbitter usw.) zusammen; auch in den Berliner Vernetzungsgremien ist Tauwetter aktiv vertreten.
In der Anlaufstelle gibt es einen Beratungs- und einen Selbsthilfebereich, deren Träger der gemeinnützige Verein Tauwetter ist.
Im Beratungsbereich wird für betroffene Männer* und gegebenenfalls auch für unterstützende Freunde und Angehörige, Paare und beruflich mit dem Thema Konfrontierte Beratung in persönlicher, telefonischer oder schriftlicher Form angeboten.
Im Selbsthilfebereich werden insbesondere – in ihrer Anfangsphase von in der Selbsthilfe erfahrenen Männern begleitete – Gruppen angeboten.
Außerdem bietet Tauwetter Fallsupervisionen, Fortbildungen, Vorträge, Workshops, Medienberatung und verschiedene Beiträge zur Prävention sexualisierter Gewalt an.
Durch eine umfangreiche Auflistung weiterer Hilfsangebote auf seiner Homepage nimmt Tauwetter eine bundesweite Vernetzungsfunktion für hilfesuchende Männer ein.
Ziel von Tauwetter ist es, in ihrer Kindheit oder Jugend von sexualisierter Gewalt betroffene Männer* auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmteren Leben zu unterstützen.
Weitere Ziele sind die Prävention von sexualisierter Gewalt und das Voranbringen des Themas sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit.

Am Christbusch

51.2552777777787.1714166666667194Koordinaten: 51° 15′ 19″ N, 7° 10′ 17″ O
Lage von Am Christbusch in Wuppertal
Am Christbusch ist eine Ortslage in der Mitte der bergischen Großstadt Wuppertal.
Die Ortslage befindet sich im Osten des Wohnquartiers Hesselnberg im Stadtbezirk Barmen auf einer Höhe von 194 Metern über Normalnull im Bereich der heutigen gleichnamigen Straße Christbusch am Unterbarmer Friedhof. Der ursprüngliche Wohnplatz wurde mit Werksanlagen und der Hauptverwaltung der Dr. Herberts & Co GmbH überbaut. Südlich erstreckt sich hinauf auf die Wuppertaler Südhöhen das gleichnamige Waldgebiet Christbusch.
Benachbarte Ortslagen sind neben der umfangreichen Bebauung Unterbarmens die Ortslagen Am Schuwan, Froweinbusch, Brassiepen, Bendahl, Dausendbusch, Aue, Bireneichen und In der Mauer.
Der Name weist auf das Waldgebiet hin, dessen Besitzer eine Familie oder Person namens Christ gewesen sein soll.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Christbuch und auf der Preußischen Uraufnahme von 1843 unbeschriftet eingezeichnet. Im Plan der Stadt Barmen von 1863 heißt der Ort Am Christbusch.
1815/16 werden 154 Einwohner gezählt. Der laut der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf 1832 als Ackergut kategorisierte Ort wurde als Christbusch bezeichnet und besaß zu dieser Zeit acht Wohnhäuser und vier landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 180 Einwohner im Ort, davon neun katholischen und 171 evangelischen Glaubens.
Ab 1891 wurde auf dem Gelände des Wohnplatzes das Werk I des Lackherstellers Herberts errichtet, in dem später die Verwaltung eingerichtet wurde. Bis heute befindet sich dort die Verwaltung der Nachfolgefirma Axalta Coating Systems (ehemals DuPont Performance Coatings (DPC) GmbH).

Jessica Kürten

Jessica Kürten (* 24. November 1969 in Cullybackey, County Antrim, Nordirland) ist eine ehemalige Springreiterin, die international erfolgreich für Irland im Sport aktiv war. Sie besitzt – als gebürtige Nordirin – sowohl den britischen als irischen Pass. Sie ist mit einem Deutschen verheiratet, im Sport startete sie für Irland.

Jessica Kürten, die als Jessica Chesney geboren wurde, wuchs in einer pferdebegeisterten Familie auf, ihr Vater war Hindernis-Rennreiter und züchtete Pferde. In Irland wurde sie zweimal Meisterin der Pony-Springreiter, auch in der Altersgruppe der Junioren erreichte sie diesen Titel. Sie verfügt über ein Diplom im Bereich der Pferdewirtschaft. Im Jahr 1994 zog sie nach Deutschland, nach Hünxe, um. Hier betreibt sie zusammen mit ihrem Mann die „Chesney-Farm“.
Im Jahr 2008 verzichtete Kürten auf den Start bei den Olympischen Spielen in Hongkong. Ihr Pferd Libertina sollte nach Rücksprache ihrer Mäzenin nach einer anstrengenden Hallensaison eine längere Pause erhalten. Auch ihr anderes Spitzenpferd Quibell kam aus mehreren Gründen für eine Olympiateilnahme nicht in Betracht.
Zum Jahresende 2010 entzog Jessica Kürtens Hauptsponsorin, die ihr über acht Jahre lang Pferde zur Verfügung gestellt hatte, Kürten die Zustimmung, ihre Pferde zu reiten. Die Reiterin und die Pferdeeignerin geben hierzu unterschiedliche Gründe an. Im April 2011 gingen die Pferde nach einem gerichtlichen Vergleich an die Eigentümerin zurück.
Zu Jahresbeginn 2012 zog Kürten nach Ferrières-en-Brie in der Nähe von Paris, Standort des Schloss Ferrières. Hier trainiert sie Édouard de Rothschild, daneben widmet sie sich weiterhin ihren Pferden. Am März 2012 arbeitet sie hier mit der irischen Dressurreiterin Judy Reynolds zusammen.
Im Frühjahr 2014 orientierte sich Kürten neu: zusammen mit ihrem Mann zog sie nach Mauren in Liechtenstein. Hier übernahm sie den Beritt der Pferde von Paul Bücheler, der seine Pferde zuvor Beat Mändli zur Verfügung gestellt hatte. Jessica Kürten beendete die Zusammenarbeit mit Bücheler jedoch bereits wieder im August 2014. In Folge ritt Kürten Hengste des niederländischen VDL Stud. Mit dem CSI Zürich 2015 beendete sie vorerst ihre aktive Reitsportlaufbahn. Sie ist nun als Trainerin für andere Springreiter tätig.
Im Jahr 2006 befand sich Jessica Kürten mehrere Monate auf Rang zwei der Springreiter-Weltrangliste der FEI. Im Dezember 2010 befand sie sich auf Rang 14 der Weltrangliste. Durch den Verlust vieler ihrer bisherigen Turnierpferde rutschte sie bis November 2011 auf Rang 75 der Weltrangliste ab.
Im Jahr 1994 erreichte sie mit dem Pferd Diamond Exchange den zehnten Platz in der Einzelwertung der Weltmeisterschaft der Springreiter (Weltreiterspiele in Den Haag), mit der Mannschaft wurde sie Neunte. Zwei Jahre später wurde sie mit demselben Pferd 26. in der Einzelwertung der Olympischen Spiele in Atlanta, mit der Mannschaft erreichte sie den achten Rang. 1999 erreichte sie mit Paavo N bei den Europameisterschaften in Hickstead den 19. Platz im Einzel und den siebten Platz mit der Mannschaft. 2001 konnte sie mit der irischen Mannschaft den Sieg der Mannschaftswertung der Europameisterschaft in Arnheim feiern, in der Einzelwertung erreichte sie mit Bonita den 13. Platz.

(Stand: 15. Dezember 2014)

Während der Europameisterschaft 2007 wurde bekannt, dass die A-Probe des von Jessica Kürten beim Nationenpreisturnier in La Baule eingesetzten Pferdes Maike auf die im Pferdesport weitgehend unbekannte Substanz Etoricoxib positiv getestet wurde. Da es sich um eine minder schwere Substanz handelte, hätte das Verfahren gegen 500 Franken Bußgeld und Rückzahlung des Preisgeldes eingestellt werden können. Da sie aber von ihrer Unschuld überzeugt war, lehnt sie dies ab. Anfang Oktober 2007 wurde sie darüber informiert, dass auch die B-Probe positiv sei. Im folgenden Verfahren wurde von Kürtens Anwalt die Einstellung des Verfahrens aufgrund von Verstößen gegen die Bestimmungen der WADA (der von ihr benannte Zeuge durfte nicht der eigentlichen Analyse der B-Probe beiwohnen) gefordert. Außerdem stellte sich heraus, dass das Doping-Labor ohne Wissen der Beklagten neben der (positiven) Urinprobe auch die Blutprobe analysiert hatte, diese Probe war jedoch negativ.
Die FEI wies jedoch alle Anträge Kürtens ab und verurteilte sie im Mai 2008 aufgrund einer unerlaubten Medikation der niedrigsten Stufe A zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Schweizer Franken sowie einer zweimonatigen Startsperre. Nachdem der Internationale Sportgerichtshof (CAS) im Juni 2008 einen Aufschub der Strafe zunächst ablehnte, entschied er jedoch mit Entscheid vom 10. Juli 2008, die Sperre vorläufig bis zum Anhörungstermin aufzuheben. Mitte Dezember 2008 wurde der Einspruch durch den CAS endgültig abgewiesen, so dass noch eine Reststrafe von 21 Tagen blieb.
Zu dieser Zeit des Bekanntwerdens der positiven Proben befand sich Kürten im Clinch mit dem irischen Reiterverband. Bereits kurz zuvor hatte sie sich geweigert, ihr Pferd in die Nachbar-Stallbox der Pferde des irischen Reiters Cian O’Connor, der wegen Dopings seine Einzel-Goldmedaille der Olympischen Spiele 2004 verlor, zu stellen. Ein Jahr zuvor hatte sie es abgelehnt, mit O’Connor in einer Mannschaft zu starten. 2006 verzichtete sie daher auch auf einen Start bei den Weltreiterspielen in Aachen.

Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1959

Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1959 fanden in Colorado Springs, USA, statt. Es waren die 50. Weltmeisterschaften, die ausgetragen wurden.

Punktrichter waren:
Punktrichter waren:
Punktrichter waren:
Punktrichter waren:
Sankt Petersburg 1896 | Stockholm 1897 | London 1898 | Davos 1899 | Davos 1900 | Stockholm 1901 | London 1902 | Sankt Petersburg 1903 | Berlin 1904 | Stockholm 1905 | München/Davos 1906 | Wien 1907 | Troppau/Sankt Petersburg 1908 | Stockholm/Budapest 1909 | Davos/Berlin 1910 | Berlin/Wien 1911 | Manchester/Davos 1912 | Wien/Stockholm 1913 | Helsingfors/St. Moritz 1914 | 1915–1921 nicht ausgetragen | Stockholm/Davos 1922 | Wien/Kristiania 1923 | Manchester/Kristiania 1924 | Wien/Davos 1925 | Berlin/Stockholm 1926 | Davos/Oslo/Wien 1927 | Berlin/London 1928 | London/Budapest 1929 | New York City 1930 | Berlin 1931 | Montreal 1932 | Zürich/Stockholm 1933 | Stockholm/Oslo/Helsinki 1934 | Budapest/Wien 1935 | Paris 1936 | Wien/London 1937 | Berlin/Stockholm 1938 | Budapest/Prag 1939 | 1940–1946 nicht ausgetragen | Stockholm 1947 | Davos 1948 | Paris 1949 | Wembley 1950 | Mailand 1951 | Paris 1952 | Davos 1953 | Oslo 1954 | Wien 1955 | Garmisch-Partenkirchen 1956 | Colorado Springs 1957 | Paris 1958 | Colorado Springs 1959 | Vancouver 1960 | 1961 nicht ausgetragen | Prag 1962 | Cortina d’Ampezzo 1963 | Dortmund 1964 | Colorado Springs 1965 | Davos 1966 | Wien 1967 | Genf 1968 | Colorado Springs 1969 | Ljubljana 1970 | Lyon 1971 | Calgary 1972 | Bratislava 1973 | München 1974 | Colorado Springs 1975 | Göteborg 1976 | Tokio 1977 | Ottawa 1978 | Wien 1979 | Dortmund 1980 | Hartford 1981 | Kopenhagen 1982 | Helsinki 1983 | Ottawa 1984 | Tokio 1985 | Genf 1986 | Cincinnati 1987 | Budapest 1988 | Paris 1989 | Halifax 1990 | München 1991 | Oakland 1992 | Prag 1993 | Chiba 1994 | Birmingham 1995 | Edmonton 1996 | Lausanne 1997 | Minneapolis 1998 | Helsinki 1999 | Nizza 2000 | Vancouver 2001 | Nagano 2002 | Washington 2003 | Dortmund 2004 | Moskau 2005 | Calgary 2006 | Tokio 2007 | Göteborg 2008 | Los Angeles 2009 | Turin 2010 | Moskau 2011 | Nizza 2012 | London/Ont. 2013 | Saitama 2014 | Shanghai 2015 | Boston 2016 | Helsinki 2017